Der Besuch der alten Dame

Montserrat Caballé feiert goldenes Bühnenjubiläum in Basel

Opernwelt - Logo

Das Saallicht erlischt, ein Schwarzweißfilm blitzt auf: Eine junge Sängerin mit getürmtem Haar und dramatischem Make-up wirft sich mit Verve in die Schlussszene der Imogene aus Bellinis «Il pirata». Das Basler Publikum ist entzückt: Das muss sie sein, die junge Caballé. Vor fünfzig Jahren debütierte die Katalanin an dem Schweizer Theater, das ihr jetzt ein fulminantes Bühnen­jubiläum ermöglichte.


Eine anspruchsvolle Aufgabe: Die stimmlichen Mittel, die der Dreiundsiebzigjährigen heute – nach mehr als viertausend Opernauftritten und unzähligen Konzerten – zur Verfügung stehen, sind wohl kalkuliert, aber übersichtlich. In ­Basel fällt das nicht ins Gewicht: Im Gepäck hat die Caballé – ja, genau, ihre Tochter Montserrat Marti – und zwei ­ihrer Meisterschüler, den russischen Tenor Nikolai Baskov und den Bariton Oleg Romashyn aus der Ukraine. Und es empfängt sie ein verbündeter Fan, der den Abend im ausverkauften Theater zum intimen Treffen macht: Kurt Aeschbacher ist für die Schweizer das, was den Deutschen Alfred Biolek ist. Er plaudert mit ihr entspannt über Baseler Zeiten und fünfzig Jahre im internationalen Opern- und Showbusiness.
Nach Sekunden ist klar: Neben den rund ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 24
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
Verdi: Simon Boccanegra

Verdis «Simon Boccanegra», ein Meis­terwerk, war in Berlin seit über zwanzig Jahren nicht zu sehen. Weder Giancarlo del Monacos Vorgängerinszenierung (unter Giuseppe Sinopoli) noch Claudio Abbados konzertanter Einsatz mit den Berliner Philharmonikern konnte dem Werk dauerhaft nützen. Lorenzo Fioroni, der bisher in Münster und Kassel hervorgetreten ist, inszeniert...

Verkanntes ­Meisterwerk

Boitos «Mefistofele» hat in der Geschichte der Schallplatte eine Rolle gespielt, die in keinem Verhältnis steht zu der vergleichsweise bescheidenen Verbreitung des Werkes auf der Bühne. Kaum ein Tenor des italienischen Fachs hat es in den letzten hundert Jahren versäumt, sich mit den beiden Arien des Faust zu verewigen, kein lirico-spinto-Sopran hat Margheritas...

Die Suche nach der idealen Fassung

Den mehr als vierzig komischen Opern Domenico Cimarosas stehen sechzehn Opere serie entgegen. Davon war «Gli Orazi e i Curazi» seine viertletzte. Geschrieben für Venedig anno 1796 wurde sie zur Erfolgsoper – vornehmlich auf italienischen Bühnen – und als solche kontinuierlich verunstaltet. Bei jeder Neuproduktion wurde die Partitur den jeweiligen Erfordernissen...