Narren in Tränen
Die Zahlen sind imponierend: 140 Tonnen schwer und 14 Meter hoch ist das Bühnenbild zu Verdis «Rigoletto» auf der Seebühne Bregenz. Acht Millionen Euro ließen sich die Festspiele am Bodensee diese Kulisse kosten – und erfüllten damit erneut die an sich selbst gestellte zentrale Forderung: Open-Air-Spektakel mit höchstem Schauwert anzubieten.
Drinnen im Festspielhaus gibt es wieder das selten gespielte Fundstück, diesmal Massenets «Don Quichotte» – eingerichtet als feministische Studie über Männer-Bilder
Entspräche das künstlerische Gewicht der neuen «Rigoletto»-Inszenierung bei den Bregenzer Festspielen dem zentralen Motiv des Bühnenbilds, einem beweglichen Clownskopf mit roter Stupsnase über dem zirzensischen Spielrund, dann müsste man nur in Superlativen von ihr sprechen: 140 Tonnen bringt die beinahe 14 Meter hohe Skulptur mit klimpernden Augen und gefräßig malmendem Kiefer samt Hydraulik und Hebekran auf die Waage. In der Liste der spektakulären Bühnenbilder der Seefestspiele setzt die Bühne von Philipp Stölzl und Heike Vollmer – zu der auch seitlich aus dem Wasser ragende bewegliche Riesenhände der Titelfigur gehören, denn der Maskenkopf ist der des Narren Rigoletto – eine ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Götz Thieme
Es gibt Opernaufführungen, bei denen alles stimmt: rollengerechte Besetzung (vokal, physiognomisch), die musikalische Einstudierung und Leitung, ein treffendes Bühnenbild sowie eine Regie, die das Werk in seiner Essenz aufschließt. So gelingt es, dass eine Inszenierung zum Retter einer problematischen Oper wie «Das Wunder der Heliane» von Erich Wolfgang Korngold...
WAGNERSPECTRUM
Heft 1/2019 (15. Jahrgang) – Schwerpunkt: Siegfried Wagner
Königshausen & Neumann, Würzburg 2019; 352 Seiten, 24 Euro
Zum 150. Geburtstag Siegfried Wagners gratulierte Bayreuth mit zwei Aufführungen seiner Oper «An allem ist Hütchen schuld» (im Markgräflichen Opernhaus) sowie mit der Uraufführung «Siegfried» von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel (in...
Antonio Salieris «Tarare» ist ein veritabler Opernsolitär – zu einer Zeit, als das Musiktheater noch weitgehend normierte, standardisierte Konfektionsware bot. Anders als bei Mozarts oder Paisiellos Vertonungen von Beaumarchais’ beiden «Figaro»-Schauspielen handelt es sich bei dem 1787 an der Pariser Opéra uraufgeführten Werk um ein Originallibretto des...
