Design bestimmt das Bewusstsein
Grotesk, wie Intendant Alexander Pereira in seiner Loge ekstatisch mitdirigierte und stumm mitsang – den Mund weiter aufgesperrt als Tamino während der «Bildnis»-Arie. Lippen-Karaoke vom Chef indes konnte an diesem Abend nicht wettmachen, dass Martin Kusej an Mozarts komplizierten Einfachheiten viel anzumerken hatte. Und dass doch, wieder einmal, ein «Zauberflöten»-Wurf ausblieb.
Hundertfach ist die Mischung aus Freimaurer-Spuk und ägyptischem Souvenir, Aufklärungsdrang und musikalischem Ringelspiel beschworen und problematisiert worden.
Die Zeiten, in denen man wie Ingmar Bergman dem Märchenzauber noch trauen oder ihn wie Achim Freyer in eine Bastelwelt übersetzen konnte, sind dahin. Und kommen wohl auch nicht wieder. Dieselben Kritiker, die sich aus Anlass der Premiere in Zürich gerührt an die Geniestreiche von einst erinnerten, würden dergleichen heute konsequent verreißen.
Das bedeutet: «Die Zauberflöte», der notorische Kassenschlager, scheint in der Falle ihrer eigenen Rezeptionsgeschichte gefangen. Lebendig kommt man da kaum mehr heraus. So ließ selbst der Elan, mit dem sich Martin Kusej gegen gesammelte «Zauberflöten»-Klischees sperrte, im Zuge einer (mit drei Stunden zu) ...
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Wer in Aachen in die Oper will, muss sich auf eine Insel begeben. Eine Art «Ile du Théâtre», denn der weiße Bau mit seinem Säulen-Entrée ist zu allen Seiten von Straßen umgeben. Man hat eine der dicht frequentierten Kreuzungen zu überwinden. Ein stadtplanerischer Unglücksfall?
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