Der Tod und die Sonnenblumen
Viel Euphorie beim Mittagessen. Zürichs Opernintendant Alexander Pereira sprach voller Freude und fast schon bewegt von der Übereinkunft, die er mit Franz Welser-Möst erzielt hat. Zunächst Chefdirigent, dann, als er zum Music Director des Cleveland Orchestra avancierte, nur noch «Principal Conductor», will der unterdessen Fünfundvierzigjährige österreichische Dirigent sich wieder stärker einbringen und trägt dafür einen für Zürich neuen Titel: den des Generalmusikdirektors.
Viel Puccini-Flair dann am Abend.
Welser-Möst hatte die für den verstorbenen Marcello Viotti gedachte «Bohème»-Einstudierung übernommen, und da war wieder, was Pereira so an ihm gepriesen hatte: die Zartheit, die Intimität seiner Interpretation. Es ist eine nachgerade seismografische Puccini-Annäherung. Da paaren sich die orchestralen Exaltationen mit den deskriptiven Impressionismen, verknüpfen sich die behutsam ertüftelten Holzbläserdetails mit dem ungeheuer geduldig, mitunter geradezu zeitlupenhaft ausgekundschafteten Melos, bei Mimis aufs Liebevollste ertastetem Auftritt etwa. Und da wölben sich die von langer Hand angesteuerten riesigen Ausdrucksbögen. Obendrein ein so gar nicht vordergründiger Puccini – ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am Teatro Colón in Buenos Aires spielten die Werke Richard Wagners schon immer eine wichtige Rolle. Über Jahrzehnte gastierten zahlreiche bedeutende Wagner-Interpreten in der argentinischen Hauptstadt: Felix Weingartner, Erich Kleiber, Fritz Busch, Erich Leinsdorf, Otto Klemperer, Fritz Reiner; Kirsten Flagstad, Astrid Varnay, Frida Leider, Birgit Nilsson,...
Im Jubiläumsjahr 2006 wollen die Salzburger Festspiele alle zweiundzwanzig Mozart-Opern szenisch aufführen. Die großen Stücke werden von den Festspielen selbst produziert. «Don Giovanni» und «La clemenza di Tito», von Martin Kusej inszeniert, liegen schon vor. In Herrmann-Inszenierungen existieren bereits «Così fan tutte» und, noch aus der Mortier-Ära, «Idomeneo»....
Am Cembalo spielt er Bach und Scarlatti, doch als Operndirigent hat es Christophe Rousset auf Raritäten abgesehen: Mit besonderer Vorliebe widmet sich der Franzose dem Musiktheater des Rokoko und verortet Ausgrabungen wie Tommaso Traettas «Antigona» und zuletzt an der Leipziger Oper Johann Christian Bachs «Temistocle» im Spannungsfeld zwischen später Opera seria,...
