Friedensarbeit
Herr Waldschmidt, wie sind Sie eigentlich auf Albéric Magnards Oper «Guercœur» gestoßen?
Das hat mit der Stadt zu tun, in der ich nun seit acht Jahren das Theater leite. Als ich mich um die Intendanz des Theaters Osnabrück bewarb, habe ich mich intensiv mit der Geschichte und Gegenwart des Ortes und der Region beschäftigt. Aus guten Gründen nennt sich Osnabrück «Friedensstadt».
Hier wurde mit dem Westfälischen Frieden das Ende des Dreißigjährigen Kriegs festgeschrieben, hier kam Erich Maria Remarque zur Welt, der Autor von «Im Westen nichts Neues», des wohl eindrücklichsten Romans über die Schrecken des Ersten Weltkriegs, und hier lebte der Maler Felix Nussbaum, der in seinen Werken wie kaum ein zweiter Künstler den Terror der NS-Vernichtungspolitik verarbeitete, der er selbst zum Opfer fiel. Frieden – das ist ein Thema von existenzieller Bedeutung. Und ich war davon überzeugt, dass sich das Theater diesem Thema stellen sollte – durch alle Genres und Sparten. So stand in der ersten Spielzeit «Simplicius Simplicissimus» von Karl Amadeus Hartmann auf dem Spielplan und als erstes Musical Jerry Bocks «Anatevka», ein Stück, das in einem von Pogromen bedrohten russischen Schtetl spielt. ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 46
von Albrecht Thiemann
Auch der Opernbetrieb ist auf das Prinzip Hoffnung gebaut. Eine ganz besondere Hoffnung, die gerade in Norwegen gehegt wird, nämlich eine Stimme wie die von Kirsten Flagstad zu finden, schien sich zu erfüllen, als die Sopranistin Lise Davidsen 2015 bei der Queen Sonja International Music Competition in Oslo das Publikum, wie die Jurorin Sofie de Lint berichtete, in...
«Große Oper – viel Theater?» lautet der Titel einer Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt über Bühnengebäude in Europa, die seit März 2018 durch die Bundesrepublik tourt. Die Schau stellt nicht nur ikonische Neubauten wie die Oper Oslo oder die Elbphilharmonie in Hamburg vor, sondern auch aufwändig sanierte und modernisierte Häuser wie die...
Schon als junge Generalmusikdirektorin des Theaters Erfurt ließ sie aufhorchen. Nun hat Joana Mallwitz binnen einer Saison das Orchester des Staatstheaters Nürnberg auf eine neue, aufregende Ebene geführt. Mit Prokofjews «Krieg und Frieden», Wagners «Lohengrin» und einer Reihe von Konzerten. Schon interessieren sich Frankfurt und München für eine Musikerin, die...
