Ein persönlicher Ton
Bayreuth ist bekanntlich die «Wagner-Stadt». Aber hätte es Markgräfin Wilhelmine nicht gegeben, wäre Richard Wagner niemals ins Fränkische gekommen. Schon lange vor der Gründung der Festspiele gab es hier ein Musiktheater, von dem heute noch das Markgräfliche Opernhaus kündet. Rund ein Jahrzehnt vor seiner Eröffnung schrieb die spätere Bauherrin ihre einzige Oper: «Argenore». Das Stück über den tyrannischen König Argenore erlebte erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts einige wenige Aufführungen in Erlangen, Bayreuth und Potsdam.
Die Dramaturgie ist insofern originell, als am Ende nicht das übliche lieto fine, sondern, mit nicht weniger als fünf toten Hauptdarstellern und dem Selbstmord des Titelmonstrums, die totale Katastrophe steht. Ist die Tragödie, in der Wilhelmine möglicherweise ihre persönliche Familiengeschichte am preußischen Hof abarbeitete, alles andere als konventionell, so hat die Partitur viel Konventionelles und Gefälliges.
Eine komplette Einspielung liegt bislang nicht vor, nur wenige Arien wurden gelegentlich aufgenommen. Nun liegt eine Auswahl von immerhin elf Stücken vor, die 2009 in Bayreuth mitgeschnitten wurden. So kann man sich ein Bild von der musikalischen ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 17
von Frank Piontek
Eine «tragédie barbare», eine «Babarische Tragödie» soll «Cachafaz» nach den Vorstellungen seines Verfassers Copi alias Raul Damonte Botana sein. Copi, 1939 in Buenos Aires geboren, 1987 in Paris gestorben, lebte seit 1965 meist in der französischen Hauptstadt, schrieb Erzählungen, Theaterstücke, vor allem aber zeichnete er unzählige Comics für verschiedene...
Dem Feind Säure ins Gesicht geschüttet, den Gatten befreit, «namenlose Freude» besungen – doch da gibt es noch vier weitere Gefangene. Aufgeteilt auf drei Käfige schweben sie vom Schnürboden. Vier Herren im Frack sind das, Streicher des Bayerischen Staatsorchesters, die Partiturfremdes spielen: das Adagio aus Beethovens Quartett op. 132. Jenen «Dankgesang eines...
Larina erwartet Gäste und zwängt sich, assistiert von Filipjewna, in ein viel zu eng gewordenes Kostüm. Ihr Körper vibriert in verzückter Tanzbereitschaft. Später, wenn die Landleute auftreten und ihr huldigen, legt sie eine flotte Sohle aufs Parkett. In der Inszenierung von Andrejs Zagars ist die Gutsbesitzerin eine abgedankte Theaterprinzessin, die auch auf dem...
