Renaissance des Leichten
Für die lang geschmähte Operette sind längst wieder bessere Zeiten angebrochen. Es scheint, dass – wie in den 50er-Jahren, als Werner Schmidt-Boelcke und Franz Marszalek auf diesem Gebiet Pionierarbeit leisteten – die Rundfunkanstalten bei der Wiederentdeckung und Neubewertung eine führende Rolle spielen. Drei Produktionen aus Hamburg, Köln und München sind jetzt fast gleichzeitig auf den Markt gekommen.
«Der Zigeunerbaron» (1886), neben der «Fledermaus» das populärste Bühnenwerk von Johann Strauß jr.
, wurde erst durch die kaiserliche Zensur, später von wohlmeinenden Bearbeitern entstellt und erregte in der Mischung aus Puszta-Romantik, Militarismus und Kaisergnadentum den Zorn von Volker Klotz, der ihn in seinem Operetten-Handbuch als abschreckendes Gegenmodell zur Offenbachiade darstellt. Eine neue Aufnahme des NDR befreit das Werk nun von solchen Vorbehalten. Gespielt wird die kritische Neuausgabe (2004) von Michael Rot, die auf Originalquellen zurückgreift. Und Lawrence Foster lässt die Radiophilharmonie mit großer Delikatesse musizieren, ohne es an Beschwingtheit fehlen zu lassen. Man könnte fast glauben, Wien läge an der Alster ... Die Sänger machen einen guten Job, freilich ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Ekkehard Pluta
ARD-ALPHA
7.8. – 11.00 Uhr
KlickKlack aus Mailand.
Mit Martin Grubinger.
7.8. – 20.15 Uhr
Internationaler Musikwettbewerb der ARD.
Rückblick auf den 57. Wettbewerb 2008.
14.8. – 11.00 Uhr
KlickKlack aus Norwegen.
Mit Sol Gabetta.
15.8. – 11.00 Uhr
Bernard Haitink dirigiert
Beethoven: Missa solemnis.
21.8. – 11.00 Uhr
KlickKlack mit Blasmusik-Spezial.
Mit Martin Grubinger.
21...
Das Gedankenspiel hätte ihm gefallen: Nach den Regeln der Quantenmechanik, meinte der Physiker Erwin Schrödinger 1935, könne eine Katze, die man in eine Kammer mit instabilen, sprich: potenziell strahlenden Atomen einschließe, gleichzeitig lebendig und tot sein. Warum? Weil man nicht weiß, wann genau die Kerne zerfallen und ihre radioaktive Energie freisetzen....
Konservative Kulturauguren orakeln gern über den ach so segensreichen, straff zentralistischen alten Nationalstaat, in dem die Hauptstadt alles, der Rest «Provinz» ist. Nun gilt dies nicht einmal für die Paradebeispiele Frankreich und England, wo sich die «Wasserkopf»-Funktion von Paris oder London lähmend für das ganze Land auswirkt. Denn das Widerspiel von...
