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Ganz oben, hoch über dem Bühnenturm, setzen vier Panther zum Sprung gen Süden an. Zum Licht, nach Arkadien, ins Reich der Musen. Dorthin, woher einst die Musik kam, die Poesie und das Spiel. Noch stehen die von den Tieren gezogenen Streitwagen auf zwei Türmchen still, gezügelt von einer weiblichen und einer männlichen Idealfigur. Aber nicht mehr lange, sagt ihre Haltung – alles ist hier Dynamik, Bewegung, Sehnsucht nach Transzendenz. Nicht rohe, maßlose Kraft, sondern kultivierte, elegante Energie.
Panther und Löwen, Putti und Engel, Chimären, Widderköpfe und Obelisken, symmetrisch angeordnet, in klar gestaffelte Baukörper eingepasst – Bernhard Sehring geizte nicht mit Zitaten aus dem antiken und palladianischen Formenkanon, als die Cottbuser Bürgerschaft ihn beauftragte, ein Theater für die damals prosperierende Kleinstadt in der Lausitz zu entwerfen. Der Architekt hatte sich mit dem Theater des Westens in Berlin-Charlottenburg (1896) einen viel diskutierten Namen gemacht, sein kontrastreicher Stil-Eklektizismus traf den Nerv der späten Gründerzeit: der Vergangenheit in vergewissernder Ehrfurcht verbunden, der fragilen Gegenwart trotzig zugewandt. Was da also am 1. Oktober 1908 ...
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Küsse, Bisse, das reimt sich», rechtfertigt sich Kleists Penthesilea. Auch in Rossinis Racine-Adaption «Ermione» wird zwölf Jahre später aus frustrierter Liebe zugebissen. Die Verlobte des Pyrrhus besteht auf Einhaltung des Eheversprechens, obwohl der Sohn des Achill inzwischen Hektors Witwe Andromache nachstellt. Ermione, eine Femme fatale, wie sie im Buche steht,...
Luigi Dallapiccolas Kurzoper «Il prigioniero» («Der Gefangene»), 1944 unter dem Eindruck des italienischen Faschismus begonnen und 1949 (unter der Leitung Hermann Scherchens) in Turin uraufgeführt, ist neuerdings wieder häufig auf den Spielplänen zu finden. Zuletzt stand das von melismatisch-expressiver Italianità durchsetzte Zwölftonopus in Paris zur Diskussion...
Sanft kräuselt der Wind die Oberfläche des Sees. Schilf wiegt sich im Takt der Wellen. Endlose Wälder säumen die Ufer. Die Konturen ferner Berge zeichnen sich am Horizont ab. Ein Ort für erhabene Gefühle, für frei fliegende Gedanken. Die hatte auch der Sänger und Regisseur Sten Niclasson, als er vor zwölf Jahren erstmals dieses Ufer bereiste und unbedingt die...
