Der Witz zündet
Ein junger Mann und eine junge Frau treffen sich auf einer Party und verlieben sich. Die Eltern sind nicht begeistert – sie stammen aus wohlhabendem, bürgerlich-konservativem Milieu und haben für ihre Kinder andere Partner vorgesehen, aus ihren Kreisen selbstverständlich. Doch die Kinder sind widerspenstig, und zwingen will man sie auch nicht – die Zeiten sind vorbei. Am Ende machen sich die Eltern selbst auf, eines dieser ominösen Feste zu besuchen, von denen die ganze Stadt spricht – und sie haben richtig viel Spaß dabei ...
Man kann diesen heiter-harmlosen Komödienaufriss so erzählen, dass er sich, etwas guten Willen vorausgesetzt, heutig anhört. Und so erzählt auch Regisseur Aron Stiehl die Geschichte: Er siedelt sie zunächst in einem lichtdurchfluteten Sommerhaus an – Surfbretter und Strandkleidung, Sauna und Einbauküche markieren die Atmosphäre. Überhaupt spielen die allfälligen Saunabesuche (einschließlich einiger unter der Dusche gesungener Dialoge) eine wichtige Rolle – das Stück spielt schließlich in Nordeuropa. Und das nächtliche Party-Ambiente stellt ein überdimensionales Bett in den Mittelpunkt, das von jedermann heftig genutzt wird und so unmissverständlich darauf ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Ingo Dorfmüller
Wie sie auf einem Koffer zwischen den Eisenbahnschienen sitzt, sieht sie aus wie ein weiblicher Hobo im Niemandsland des Mittleren Westens. Wenn da nicht die dezent gepflegte Kleidung wäre, die sie doch eher wie eine verirrte Touristin erscheinen lässt. Das Cover-Bild passt gut zur CD von Salome Kammer mit Brecht-Vertonungen der beiden Klassiker Kurt Weill und...
Der Mensch ist zum Unglücklichsein verdammt in seinem Streben nach Glück. Er sucht nach Wahrheit und findet: nichts. Er sehnt sich nach Erfüllung und landet im: Nichts. Finster ist die Handlung von Ingvar Lidholms Oper «Ein Traumspiel», noch finsterer als seine literarische Vorlage, August Strindbergs gleichnamiges Drama.
Doch er hat eine Botschaft, dieser...
Amfortas hat sich fast entblößt. Sein blutverschmiertes Unterzeug lässt keinen Zweifel: Klingsors Speerstoß traf die Genitalzone. Nach der Gralsenthüllung, zu der Amfortas mühsam geschleppt wird, kriecht der blütenweiße Parsifal auf allen Vieren auf ihn zu. Mag er auch nicht begreifen, was er sah – neugierig geworden ist er. Einen ersten Schritt auf die Erlösung...
