Operraritäten auf DVD
Neben zwei deutschen, einer russischen und einer englischen Oper sind in diesem Rundblick über neue DVD-Veröffentlichungen von Raritäten des Spielplans fünf französische Bühnenwerke vertreten, aber keine einzige italienische Oper! Da scheint es fast, als gäbe es, was das Musiktheater jenseits des Rheins und seine Dokumentation angeht, großen Nachholbedarf, aber auch großes Interesse.
Vor vier Jahren hat Christophe Rousset die integrale Ersteinspielung von Jean Baptiste Lullys «Persée» vorgelegt, nun erweist eine um den allegorischen Prolog gekürzte und an einigen anderen Stellen gestraffte Version auch dessen Bühnentauglichkeit – dank einer originell historisierenden Inszenierung und eines unaufdringlichen, aber geschickten Fernsehregisseurs. Mit dem Tafelmusik Baroque Orchestra unter dem auf sehr rasche Tempi bedachten Hervé Niquet und hervorragenden, telegenen, großteils jungen Sängern ist im Elgin Theatre von Toronto die Aufzeichnung einer Inszenierung entstanden, die Lullys erotisch verwickelte Oper von 1682 um den heldenhaften Perseus und seinen Begleiter Merkur (zwei exzellente junge Haute-contre: Cyril Auvity und Colin Ainsworth), den eifersüchtigen Phineus, die in Perseus ...
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Jetzt wissen wir es also ganz genau: Paul, der den Tod seiner geliebten Marie betrauert, leidet unter dem Borderline-Syndrom, einer – wie das Programmheft für alle Nicht-Mediziner im Publikum hilfreich erläutert – Persönlichkeitsstörung, die mit Selbstverletzungen des Patienten einher geht. Was auf der Bühne eine reichlich unappetitliche Angelegenheit ist. Außerdem...
Ja, natürlich: Fußball. Wer denkt bei La Coruña schon an Oper? Nicht einmal die Einwohner der Stadt selbst. Sie identifizieren sich mit «Deportivo», der Elf, die zum Symbol der Stadt geworden ist. Das Stadion prangt unmittelbar am zwei Kilometer langen Sandstrand von Orzan, und kein Bau weit und breit kann es an Sogkraft mit ihm aufnehmen. Oder doch? Die Stadtväter...
Für Volker Klotz ist «Der Zigeunerbaron» der Modellfall einer Operette auf Abwegen, gezeichnet vom «überanstrengten Pathos und Sentiment», ein anachronistisches Werk, das weit hinter Offenbach zurückfällt, im Grunde also eine missglückte Große Oper. Dass sie musikalische Qualitäten hat, die über das Genre hinausweisen, steht nicht im Widerspruch zu dieser...
