Hypnotisch
Pädagogisch tätig zu sein, ist mir ein unbedingtes Bedürfnis, ein leidenschaftliches Anliegen», sagt Thomas Hampson im Gespräch über den Meisterkurs für Liedgesang, den er beim Heidelberger Frühling abgehalten hat. Tatsächlich wies die Arbeit mit vierzehn Nachwuchssängern den amerikanischen Bariton als berufenen Lehrer aus und bestätigte nachdrücklich das eingangs zitierte Bekenntnis.
Der öffentliche Interpretationskurs zu «Wunderhorn»-Vertonungen, den das Bayerische Fernsehen aufzeichnete, stand im Mittelpunkt einer «Wunderhorn-Woche» mit Konzerten, Vorträgen, Diskussionen, bei der Hampson als Spiritus Rector wirkte – zweihundert Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Bandes von Achim von Arnims und Clemens Brentanos Volksliedersammlung in Heidelberg.
Was kann ein dreitägiger Kurs dieser Art bewirken? «Bei solchen Gelegenheiten», meint Hampson, «kann ich den Studenten nur einen Spiegel vorhalten und künstlerische Perspektiven aufzeigen. Ich versuche, ihr Verständnis der drei Parameter des Singens, des geistigen, des emotionalen und des physischen zu vertiefen und ihnen andererseits klar zu machen, dass sie als Liedsänger ihren Zuhörern sowohl die Dramatik des Gedichts als auch ...
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