Weglassen schärft den Blick fürs Wesentliche
Herr Stölzl, Sie sind ein Regisseur und Bühnenbildner des «think big». Gewaltiger als auf der Bregenzer Seebühne geht es ja nun nicht mehr ...
Stimmt. Ich überlege wirklich, was danach noch kommen soll. Vielleicht war’s das nun? Aber im Ernst: Ich hatte immer davon geträumt, in Bregenz zu arbeiten. Mit Anfang 20, als Bühnenbildassistent an den Münchner Kammerspielen, hatte ich mit großen Augen auf die Fotos aus Bregenz geguckt. Deshalb erlebe ich am Bodensee gerade einen wunderbaren Lebensmoment.
Kann man in Bregenz freier inszenieren, weil es keinen begrenzenden Bühnenrahmen gibt? Oder wird man aufgrund des technischen Aufwands in ein Korsett gezwungen?
Eingeengt fühle ich mich nicht, das liegt allerdings auch am Bregenzer Team. Ich arbeite seit drei Jahren an dieser Inszenierung. Es gab mehrere Entwürfe fürs Bühnenbild, einige wurden verworfen, auch der ausgewählte durchlief dann noch einige Metamorphosen. Gerade weil man nicht durchs Repertoiretheater mit seinen alltäglichen Sachzwängen geschleust wird, hat mir das irrsinnigen Spaß gemacht. Es ist ja nicht so, dass die Bühne von einer Achterbahnfirma aus England geliefert wird. Es handelt sich wirklich um Unternehmen aus der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Interview, Seite 30
von Markus Thiel
Das gibt es nicht einmal in der Hauptstadt: Die Berliner Philharmoniker an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit drei Weltklasse-Dirigenten und drei verschiedenen Programmen. Insofern erst mal: Chapeau! Baden-Baden veranstaltete 2019 Osterfestpiele, die über den drögen Repräsentationszirkus, der gleichzeitig in Salzburg stattfand, weit hinausreichten. Dass die...
Im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichte die amerikanische Musikjournalistin Heidi Waleson ein bemerkenswertes Buch über den Niedergang der New York City Opera. Schon der Titel springt ins Auge: «Mad Scenes and Exit Arias» (Henry Holt, New York 2018; 290 Seiten, ca. 28 Euro). Er trifft ziemlich genau den Tenor der tragischen, aber leider auch bezeichnenden...
Die neuen Propheten der Alten Musik? Sie gingen zunächst in England (Trevor Pinnock, Christopher Hogwood), in den Niederlanden (Ton Koopman, Frans Brüggen) und Flandern (Philippe Herreweghe, René Jacobs, die Kuijken-Brüder) ans Werk. Dank eines frankophilen Amerikaners (William Christie) mischten sie auch in der Grande Nation schon früh die Hörgewohnheiten auf...
