Aus dem Leben eines Taugenichts
Die anderen an den Händen fassen. Gegen das Scheinwerferlicht an die Rampe laufen, lächeln, sich verbeugen. Wieder zurück. Noch einmal. Und noch mal.
Ob mir das wohl fehlt, wenn ich irgendwann aufhöre? Mal ehrlich, Applaus bringt nicht immer das Beste im Menschen zum Vorschein. Erstaunlich, wie schamfrei manche Kollegen um den besten Platz in der Applausordnung rangeln. Dabei kann man die Meinung des Publikums dabei ja wohl kaum noch nach oben korrigieren. Also, ich jedenfalls nicht. Oder liegt das nur daran, dass ich es falsch mache?
Es gibt ja diese Applaustypen.
Zum Beispiel den Sterbenden Schwan, äh, Sopran. Sehr beliebt bei Cio-Cio-Sans. Das gesamte Ensemble ist schon draußen, nur die Primadonna nicht. Aller Augen warten auf dich, Herrin! Und dann – da! Endlich. Sie kommt. Schleppt sich herein, als ginge es schier über ihre Kräfte nach all den großen Gefühlen. Wenn das Publikum zu toben beginnt, fabriziert sie einen naiv-erstaunten Gesichtsausdruck, wie um zu fragen: «Was, ich?». Und lässt sich ermattet in einen tiefen Knicks fallen. Seeeehr tief. So tief, dass man glatt glaubt, sie schafft’s nie wieder hoch.
Oder der Held in Strumpfhosen, die Hosenrolle. Eine stramme Mezzo ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Mal ehrlich, Seite 91
von Christopher Gillett
Sein Name wird immer mit dem «Jahrhundert-Ring» von Patrice Chéreau und Pierre Boulez verbunden bleiben: Hier schwang er sich 1976 als Wotan und Wanderer zum führenden Heldenbariton seiner Generation auf, wobei seine schauspielerische Gestaltung des Göttervaters der vokalen ebenbürtig war. Ein Sänger, dem man auch in den oft als lang empfundenen Dialogen mit Fricka...
Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Konfrontiert mit wachsenden Defiziten der New Yorker Metropolitan Opera, nahm sich Intendant Peter Gelb vor, die Personalkosten drastisch zu senken – und forderte von den Mitarbeitern einen Lohnverzicht in Höhe von 16 Prozent (siehe OW 6/2014). Die Musiker hingegen werfen Gelb vor, das Geld für teure, aber schlecht laufende...
Was du ererbt von deinen Vätern hast», heißt es in Goethes «Faust», «erwirb es, um es zu besitzen.» Hat man sich das bei der EMI vor Augen gehalten, als es um die Künstlerin ging, deren Erbe wohl mehr Zinsen abgeworfen hat als das von irgendjemand sonst und das jahrzehntelang vom Marketing mit dem absurden Allerlei von «Best of»-Kompilationen geschändet wurde?
«Ca...
