Einstand mit Schönheitsfehlern

Brüssel, Mozart: Mitridate, Re di Ponto

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Peter de Caluwe hatte sich für seinen Einstand als ­Intendant des Théâtre de la Monnaie ein anspruchsvolles Programm ausgedacht. Zur Eröffnung bot das Haus eine semiszenische Aufführung von Schönbergs «Gur­re­­liedern». Sodann kam Hans Werner Henzes «Phaedra»-Oper aus Berlin (siehe OW 11/2007). Schließlich stand Mozarts erste Seria «Mitridate, Re di Ponto» auf dem Spielplan. Die Produktion eröffnete eine Serie: Wäh­rend der kommenden Jahre will La Monnaie sämtliche Seria-Opern von Mozart auf die Bühne bringen.

Das Ziel: die musikdramatischen Goldadern in diesen Stü­cken ans Licht zu holen.
Auch in «Mitridate» gibt es solche Goldadern – einem Stück, das Mozart 1770 im Alter von gerade vierzehn Jahren geschrieben hat. Da lässt der blutjunge Komponist etwa die von drei Männern zugleich geliebte Prinzessin Aspasia in der Arie «Pallid’ombre» über die Liebe, das Leben und den nahen Tod philosophieren. Es sind die Töne einer Frau, die gezwungen wird, einen Giftbecher zu leeren. Mozart malt hier ein gro­ßes, expressives recitativo accompagnato und lässt diesem eine abgrundtief traurige Arie folgen. Die Sopra­nis­tin Mary Dunleavy hat am Premierenabend zwar ­Probleme mit mancher Koloratur, ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Willem Bruls

Vergriffen
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