Groucho auf Naxos
Zunächst denkt man sich: nicht übel, das alles; aber eben auch naheliegend, das, was man im Vorspiel der «Ariadne auf Naxos» halt so macht, vielleicht beim Komponisten und dem Musiklehrer sogar allzu bewusst ausgestellt.
Doch solche Gedanken werden mehr und mehr verscheucht von der Art, wie Strauss' und Hofmannsthals Schöpfung an der Opéra national du Rhin daherkommt: hellwach, mit großer Neugier auf die Gestalten, auf das, was sich zwischen ihnen begibt, auf das allmähliche Interesse, das die eine (auf Nicky Rietis zur Renovierung anstehender Villa oder der Felseninsel) in dem anderen weckt – was bald auch heißt: auf das, was die Sache der einen in dem anderen weckt. Immer mehr ist man von der spürbar peniblen Sorgfalt beeindruckt, mit der da szenischer und musikalischer Anteil sich gegenseitig befruchten, ja, beschwingen und immer so deutlich erzählen, dass die Aufführung für den «Ariadne»-Neuling als ideale Erstbegegnung mit dem Werk taugen kann. Stärkstes Indiz: die ungewöhnlich hohe Textverständlichkeit.
Inszeniert hat André Engel. Was ihn offenbar am meisten beschäftigt, ist das zentrale Thema der Verwandlung. Der Kuss Zerbinettas für den verdatterten Komponistenjüngling, die ...
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Das Theater beginnt schon vor dem Theater. Noch ist kein Ton erklungen, geht es schon hoch her auf der Bühne der Leipziger Oper, wo sich, in ziemlich getreuer Abbildung, der Zuschauerraum der Leipziger Oper befindet. Ein buntes Völkchen strömt, befeuert vom Prinzipal der für diesen Abend engagierten Theatertruppe (mit Verve und Witz: der Schauspieler Friedhelm...
Der Weg von Prokofjews erster großer Oper «Der Spieler» verlief alles andere als geradlinig. Der Komponist schrieb sie während der Kriegsjahre 1915-1917 auf ein selbst verfasstes Libretto nach Dostojewskis gleichnamigem Roman von 1866, war ihm doch eine Uraufführung am St. Petersburger Mariinsky Theater in Aussicht gestellt worden. Der Ausbruch der...
Frau Jurinac, Sie rauchen?
Ja. Erich Kunz hat mich zwar einmal so lange gepiesackt, bis ich g’sagt hab: «Also gut, ich höre auf!» Ich hab dann zehn Jahre nicht geraucht, während der Erich nach drei Tagen sofort angefangen hat. Dann hab ich auch wieder begonnen. So a bissele. Julius Patzak hat nach jeder Arie von der Bühne weg geraucht. «Jussi, du rauchst?», war...
