Unter der Hitze Spaniens
Schon die Anfahrt ist etwas Besonderes: Das Auto muss an der Landstraße zurückbleiben oder auf einer Wiese parken, denn die Reithalle von Gut Immling, Schauplatz der zehnten Saison des Opernfestivals Chiemgau, liegt auf einer sanften Anhöhe im Wald (was zur etwas großspurigen Bezeichnung als Bayerns zweitem Grünen Hügel führte) und ist nur per Sonderbus auf schmalen, lediglich in einer Richtung befahrbaren Feldwegen erreichbar.
Wer zeitig kommt, kann sich im großen, auf einer Seite offenen, den traumhaften Rundblick über die Weiten des Chiemgaus bietenden Bewirtungszelt an einem Büffett gütlich tun, das zum moderaten Einheitspreis asiatische, italienische oder bayerische Köstlichkeiten anbietet. Auch sonst wird nicht gekleckert: Neben der «Zauberflöte» wagte man sich in diesem Jahr an Verdis vieraktigen italienischen «Don Carlo». Nächstes Jahr folgen «Un ballo in maschera» und Rossinis «Barbiere». In der Reithalle hatte es in diesem Juli wahrhaft südländische Temperaturen, wie sie wohl auch um die zentralspanische Residenz König Philipps II., das Escorial, herrschen mochten. Was andernorts zu Recht kaum geduldet wird – reihenweise sich Luft zufächelndes weibliches Publikum, wie ...
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