Medaillons der Gefühle
Einspielungen von Franz Schuberts Winterreise scheinen in den letzten Jahren zu sprießen wie Pilze nach einem Gewitterregen. In einer immer unsicherer werdenden und soziale Kälte verbreitenden Welt trifft dieser Zyklus den Nerv vieler. Doch darf man als Interpret mit dem Winterreisenden mitleiden? Matthias Goerne verwies in einem Interview auf die «Angst vor der Instrumentalisierung der Gefühle» in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.
Manche verkehrten dies, so Goerne, heute ins Gegenteil, wobei «ein zarter Komponist wie Schubert schnell bieder und trivial» werde bei einem Übermaß falscher Emotionen. Dem Interpreten ist also die Distanz eines – durchaus mitfühlenden – Kommentars zu empfehlen. Was auf die Einspielung des Baritons Jochen Kupfer und der Pianistin Susanne Giesa durchaus zutrifft. Freilich könnte auch der Kommentator auf jene «schneidenden Töne» zugreifen, die Schubert-Freund Johann Mayrhofer an diesem Zyklus konstatierte – Ian Bostridge, beispielsweise, hat dies beinahe im Übermaß getan. Kupfer hingegen widmet sich in dieser bereits 2002 aufgenommenen und nun erstveröffentlichten Einspielung eher einem schönen, gepflegten Ton (wobei die Stimme ihm hier, ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Gerhard Persché
Irgendwann hatte man in Rom von den Opernscharmützeln im fernen Süden offenbar genug. Am 4. Dezember 2012 griff der italienische Kulturminister Lorenzo Ornaghi durch und ernannte Fabio Carapezza Guttuso, einen hohen Staatsbeamten und Präfekten, zugleich Adoptivsohn des verstorbenen Malers Renato Guttuso, für zunächst sechs Monate zum kommissarischen...
Sie kam, sang, siegte. Und vor allem: Es wirkte so, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Stimmt ja auch in gewisser Hinsicht: Ingeborg Schöpf singt seit 14 Jahren Operette in Dresden. Nur dass diesmal 1,8 Millionen Fernsehzuschauer dabei waren. Und dass das Ganze nicht an ihrem Stammhaus, der Staatsoperette, stattfand, sondern in der Semperoper. Der Anruf kam...
54. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752252
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 14.01.2013
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht...
