Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Die SWR-Orchesterfusion im Südwesten ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Künstlerische Argumente dagegen hatten nie eine Chance

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Es sind so viele Emotionen an diesem Abend», sagt Chefdirigent François-Xavier Roth, und sein Blick nach einer beeindruckend bedrückenden Interpretation von Anton Bruckners Achter Sinfonie sagt alles. Da hat ein Orchester gewissermaßen sein eigenes Requiem gespielt. «Mysterium» – «Apokalyptische» lauten die Beinamen des gewaltigen sinfonischen Werks. An diesem Abend im ausverkauften Freiburger Konzerthaus kommen noch weitere hinzu: Roth und das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg arbeiten das Unerbittliche der Musik heraus, ihre unendliche Traurigkeit.

Anlass dazu besteht genug. Wenige Stunden zuvor hat eine so genannte Träger- und Geberkonferenz den rund 100 Musikern alle Hoffnung auf ein Happy End, auf ein eigenständiges Fortbestehen des Klangkörpers geraubt. Keine ausreichende Finanzierung für eine Stiftungslösung, laute das Ergebnis, verkünden der Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon und SWR-Intendant Peter Boudgoust am Ende geschäftsmäßig. Zwei Tage danach wird der Rundfunkrat des Senders die Öffnungsklausel aus dem Fusionsvertrag tilgen. Die Uhr tickt unerbittlich, im Herbst 2016 werden das SWR-Sinfonie­orchester (SO) und das Radio-Sinfonieorchester ...

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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Alexander Dick

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