Weil nicht sein kann, was nicht sein darf
Es sind so viele Emotionen an diesem Abend», sagt Chefdirigent François-Xavier Roth, und sein Blick nach einer beeindruckend bedrückenden Interpretation von Anton Bruckners Achter Sinfonie sagt alles. Da hat ein Orchester gewissermaßen sein eigenes Requiem gespielt. «Mysterium» – «Apokalyptische» lauten die Beinamen des gewaltigen sinfonischen Werks. An diesem Abend im ausverkauften Freiburger Konzerthaus kommen noch weitere hinzu: Roth und das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg arbeiten das Unerbittliche der Musik heraus, ihre unendliche Traurigkeit.
Anlass dazu besteht genug. Wenige Stunden zuvor hat eine so genannte Träger- und Geberkonferenz den rund 100 Musikern alle Hoffnung auf ein Happy End, auf ein eigenständiges Fortbestehen des Klangkörpers geraubt. Keine ausreichende Finanzierung für eine Stiftungslösung, laute das Ergebnis, verkünden der Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon und SWR-Intendant Peter Boudgoust am Ende geschäftsmäßig. Zwei Tage danach wird der Rundfunkrat des Senders die Öffnungsklausel aus dem Fusionsvertrag tilgen. Die Uhr tickt unerbittlich, im Herbst 2016 werden das SWR-Sinfonieorchester (SO) und das Radio-Sinfonieorchester ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Alexander Dick
Die Möwe schreit. Ein Hund bellt. Über die Frederiksborggade schnaufen die Kopenhagener Stadtbusse. Dazwischen der Duft von Fisch und Frittenfett. Vor der Torvehallerne, der Markthalle mit Restaurants und Cafés, blüht das Leben. Der Bahnhof Nørreport, wo sich Metro und Fernzüge kreuzen, ist keine hundert Meter weg. Und genau hier spielt die Musik: Man gibt «Manon»...
Waschküche. Keine zehn Meter Sicht. Manchmal verschwindet alles in schlieriger Nebelwatte. Die schmucken Häuser, der schlanke Betonturm der Église, die Talstationen der Lifte. Wenn die Wolken tief hängen, existiert Verbier nur in der Vorstellung. Wie die schneegedeckten Gipfel der umliegenden Viertausender, die an einem klaren Tag zum Greifen nahe scheinen. Gegen...
Hinströmendes Leben voller Wärme und Wahrheit» – mit diesen Worten hat Gustav Rudolf Sellner, der langjährige Intendant der Deutschen Oper Berlin, die künstlerische Ausstrahlung der spanischen Sopranistin Pilar Lorengar charakterisiert, die dort 1958 in Orffs «Carmina burana» debütierte und bis zu ihrem Abschied von der Bühne als Tosca 1991 Mitglied dieses Hauses...
