Geschlossenheit als Trumpf

Die Frankfurter «Palestrina»-Produktion liegt auf CD vor

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Nach der 1999 veröffentlichten Keilberth-Aufnahme (München, live 1963) und der 1986 bzw. 1988 in zwei Teilen konzertant mitgeschnittenen Produktion unter Otmar Suitner liegt nun ein weiterer Live-Mitschnitt von Pfitzners «Palestrina» vor – aus der Oper Frankfurt.

Ein knappes Jahr nach der Premiere (Regie: Harry Kupfer, vgl. OW 8/2009) wurde im Juni 2010 aufgezeichnet – genug Zeit also für Dirigent, Orchester und Solisten, anfängliche Unebenheiten zu beseitigen und die musikalische Intensität zu steigern. Kirill Petrenko hat das Geschehen fest im Griff.

Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester spielt unter seiner Leitung nicht nur tadellos durchhörbar und nie verzögernd-schleppend, sondern teilweise wogend wagnerianisch. Die Musik hat Luft und Raum zur Entfaltung, vor allem: Sie hat nichts platt Rus­tikales. Petrenko erobert die dunklen Regionen; aber auch die feierlichen Momente bleiben ihm nicht verborgen. Das Schlichte ist – wie im Vorspiel zum dritten Akt – einfach da.

Bei «Palestrina» gilt noch immer die Kubelik-Produktion von 1973 mit Fischer-Dieskau, Gedda, Donath, Fassbaender als Referenz. Zwar hat Petrenko eine weniger namhafte Solistenriege, doch die Qualität stimmt, ...

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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Medien/CDs, Seite 24
von Christoph Vratz

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