Zartes und Derbes
Jetzt allmählich kann ich wirklich dirigieren; jetzt weiß ich, wie man umsetzt, was man innerlich hört.» So lautete Wilhelm Furtwänglers Geständnis nach seiner Salzburger «Zauberflöte» im Sommer 1949. Die originalen Rundfunkbänder des «Zauberflöten»-Mitschnitts gingen verloren, wohl aber blieben einige technisch unbefriedigende Kopien erhalten, die immer wieder in mehreren Grau- und Schwarz-Importen auf dem Markt kursierten. Jetzt gibt es eine legalisierte und digitalisierte Fassung dieser Bänder in CD-Form.
Karl Schmitt-Walter singt den Pagageno mit seiner hohen, schlanken Bariton-Stimme auf natürliche, fast vornehme Weise. Als Tamino hören wir Walther Ludwig mit gleichermaßen lyrischem wie klarem Tenor, angereichert um einige leicht heldische Nuancen. Josef Greindl bietet, wie auf der späteren Fricsay-Aufnahme, einen zwar eindringlichen, aber nicht unbedingt stimmfeinen Sarastro. Seine Gegenspielerin ist Wilma Lipp, die der nächtlichen Königin einige Unstetigkeiten nicht versagt. Außerdem begegnen wir der Ungarin Edith Oravez, die die Papagena in Salzburg auch 1951 und 1952 gesungen hat. Irmgard Seefrieds Pamina bildet dank der Reinheit und Ausgeglichenheit ihres Vortrags – einige ...
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Diesmal konnte sich Staatsopern-Intendant Sir Peter nicht mit den Federn einer Münchner Händel-Erstaufführung schmücken, denn schon 1977 wagte sich das Gärtnerplatz-Theater an das Dramma per musica «Alcina». Auch die Inszenierung Christof Loys war bereits vor drei Jahren in Hamburg zu sehen (siehe OW 4/2002). Doch welch ein frischer Zauber wehte durch diese...
Es scheint, als hätten Barockmusik und Gegenwart einen geheimen Pakt geschlossen. Noch nie wurde die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts so häufig aus den Archiven heraus- und auf die Bühnen bzw. in die Produktionsstudios hineingetragen wie im letzten Jahrzehnt. Nun feiert wieder einer der damals bejubelten, dann vergessenen Komponisten seine Auferstehung: Johann...
Im Jubiläumsjahr 2006 wollen die Salzburger Festspiele alle zweiundzwanzig Mozart-Opern szenisch aufführen. Die großen Stücke werden von den Festspielen selbst produziert. «Don Giovanni» und «La clemenza di Tito», von Martin Kusej inszeniert, liegen schon vor. In Herrmann-Inszenierungen existieren bereits «Così fan tutte» und, noch aus der Mortier-Ära, «Idomeneo»....
