Ein wunderbares Missverständnis
Herr Spering, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Wagners «Iphigenia»-Version aufzunehmen?
Ich stöbere schon immer sehr gern in Musikantiquariaten. Eines Tages stieß ich auf Noten, die mich sofort elektrisierten. Auf dem Deckblatt stand: Christoph Willibald Gluck, «Iphigenia in Aulis», in der Fassung von Richard Wagner. Beim Blättern stellte sich heraus, dass es sich um einen Klavierauszug von Hans von Bülow handelte. Mit der Wagner-Gluck-«Iphigenia» hat von Bülow für den Klavierauszug «geübt», den er später von Wagners «Tristan und Isolde» anfertigte.
Diese Zusammenhänge fand ich hochspannend. An eine Aufführung bzw. Aufnahme habe ich allerdings erst sehr viel später gedacht. Das Wagner-Jubiläumsjahr 2013 war dann für mich der Auslöser, die Sache ernsthaft anzugehen. Ich dachte, im Kontext eines solchen Jubiläums müsste es doch ein erhöhtes Interesse an Unbekanntem geben. Und ich hatte große Lust, dem ewigen Kreisen um den Wagner-Kanon etwas Neues entgegenzusetzen und Einblick in seine Kompositionswerkstatt zu bekommen.
Die deutsche «Iphigenia» wurde für die Dresdener Hofoper umgearbeitet und ist dort 1847 uraufgeführt worden. Mit einem von Wagner umgeschriebenen neuen Text. Ist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Albrecht Thiemann
Der Fall Renata
Anders als die «Drei Orangen» und «Der Spieler» hat es «Der feurige Engel» nie ins Repertoire geschafft. Die Komische Oper Berlin startet einen neuen Versuch. Die Geschichte von dem Mädchen, das den Teufel in Engelsgestalt liebt, inszeniert der Schauspielregisseur Benedict Andrews.
It’s got that swing!
Sie erzählt die Story von Queenie, Inhaberin...
Impressum
55. jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752264
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 14.01.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Sind «Figaro», «Don Giovanni» und «Così» so etwas wie die Dreifaltigkeit des Musiktheaters – drei Einheiten, die ein Ganzes bilden?
Zunächst einmal sind diese drei Stücke die größten Meisterwerke der Operngeschichte. Es gibt nichts Vergleichbares. Warum? Weil es die beste, die modernste Musik ist; und weil hier das Allgemein-Menschliche auf absolut zeitlose Weise...
