Die Zeit, die ist ein kostbar Ding
Herr Protschka, warum brauchen wir einen Gesangswettbewerb ohne Altersbeschränkungen?
Ein Wettbewerb wie ArtOpera ist wichtig, weil Sängerbiografien nicht so geradlinig verlaufen wie die von Instrumentalisten. Wir Sänger fangen relativ spät an – Ausnahmen wie Anja Silja bestätigen die Regel. Meist geht es erst nach der Pubertät oder nach dem Stimmbruch richtig los. Eine gewisse künstlerische Reife erreichen wir erst, wenn wir um die 30 Jahre alt sind. Deshalb habe ich einen Wettbewerb initiiert, bei dem es keine Altersgrenze gibt.
Wo liegt bei Wettbewerben normalerweise die Altersgrenze?
Genau in dieser Phase: zwischen 30 und 32 Jahren. Das ist zu früh. Sie müssen bedenken, dass manche Sänger erst den Mut aufbringen, den Sängerberuf zu ergreifen, nachdem sie eine andere Ausbildung abgeschlossen haben. Auch mir wurde geraten: «Machen Sie doch erst mal was Solides, dann sehen wir weiter.» Damit ist es für viele Wettbewerbe zu spät.
Sind das nicht Ausnahmen?
Nein, das glaube ich nicht. Besonders Frauen gründen oft eine Familie, bevor sie voll in den Beruf gehen. Andere werden durch einen Fachwechsel zeitlich zurückgeworfen. Schließlich erleben nicht wenige Sänger in jungen Jahren eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Kai Luehrs-Kaiser
Frau Herlitzius, Ihr Operndebüt absolvierten Sie mit 30 Jahren relativ spät. Brauchen große Stimmen länger?
Ja, natürlich. Das Wissen darum scheint allerdings etwas verloren gegangen zu sein ... Es ist ja ein gewaltiger Unterschied, ob Sie eine Vespa fahren oder einen Schwerlaster. Und das Ziel ist, den Schwerlaster genauso flexibel zu lenken wie die Vespa. Es geht...
Schon wenn wir das Freiburger Theater betreten, sitzt er vorm Vorhang. Später streift er wie ein Geist, wie ein lebender Fingerzeig umher, und wenn nicht, lehnt er hinten an Stefan Rieckhoffs Rundhorizont. Herzog Friedrich von Österreich ist immer dabei. Von den Franzosen ermordet, beherrscht er das Fühlen und Trachten seiner Schwester Elena in jedem Augenblick....
Nicola Antonio Porpora komponierte die Serenade «Gli orti esperidi» 1721 als Geburtstagsgruß an Kaiserin Elisabeth Christine von Wolfenbüttel, deren Gatte Karl VI. u. a. über das Königreich Neapel herrschte. Die Geschichte dazu lieferte der blutjunge Librettist Pietro Metastasio: In Begleitung ihres Geliebten Adonis steigt Venus hinab in den Garten der Hesperiden,...
