Lulus Schwester
Unsinn, du siegst, und ich muss untergeh’n...» So etwa mögen ein paar Unzufriedene nach der Premiere von Strauss’ «Salome» bei den Osterfestspielen Salzburg geätzt haben. Das Zitat aus Schillers «Die Jungfrau von Orleans» kommt einem freilich auch in den Sinn, wenn man liest, dass Simon Rattle das Festival in einem Interview als «ökonomischen Unsinn» bezeichnete. Immerhin ist er dessen Künstlerischer Leiter.
Das Finanzmodell sei nicht realistisch, rügte er, schließlich müsse man etwa für zwei Opernaufführungen «jedes Jahr einen Opernbetrieb vom Start weg aufbauen und sogar den Chor importieren». Heute, meinte er, würde man ein solches Festival nicht mehr gründen. Herbert von Karajan hatte die Festspiele 1967 ins Leben gerufen, um nicht zuletzt seinen Berliner Philharmonikern Gelegenheit zu geben, sich auch als Opernorchester zu profilieren...
Rattles Aussagen ließen den Blätterwald rauschen. Peter Alward, seit etwas mehr als einem Jahr geschäftsführender Intendant der Osterfestspiele (er wurde nach dem Finanzskandal im Vorjahr an die Salzach geholt), nennt sie «eher ein Missverständnis». Denn Alward, ehedem Chef von EMI Classics, hat sich bereits nach Produktionspartnern ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Gerhard Persché
Dass der zweite Teil des neuen «Ring» an der Metropolitan Opera weniger enttäuschte als der (dürftig besuchte) «Rheingold»-Auftakt im letzten September, ist kaum überraschend. Die «Walküre» war durch die Bank stärker besetzt, wenngleich Deborah Voigts stimmliche Verfassung bei der Gestaltung der Titelrolle durchaus Wünsche offen ließ. Geprägt wird dieser «Ring»...
«12 musiktheatralische tableaux» kündigt der Untertitel von Christian Josts Musiktheaterwerk «Hamlet» an – solcherart andeutend, dass er die Handlung zuzuspitzen sucht: auf charakteristische Momente, in denen die Essenz des Ganzen fassbar wäre. Das freilich würde voraussetzen, dass man sich für eine vieler denkbarer Lesarten entschiede: Soll es um die politische,...
Frédéric Chopin liebte die Oper. Er kannte fast alle Werke seiner Zeit, und er paraphrasierte einige davon in seinen Kompositionen. Ein eigenes Werk der Gattung aber schrieb er, obwohl wohlmeinende Freunde ihn dazu drängten, nie. Was Chopin, als er starb, nicht wusste, nicht wissen konnte: Ein anderer war da, der die Lücke füllte – nur ein wenig anders, als es...
