Was bleibt von 2008/2009?
Wer hat die erfolgreichste Oper aller Zeiten geschrieben? Klar, Mozart mit der «Zauberflöte». War ja schon immer so. Auch in der aktuellen Statistik des Deutschen Bühnenvereins rangieren Pamina, Tamino & Co. wieder vorn. 40 Inszenierungen, 453 Aufführungen, 289 964 Besucher – von solchen Quoten können Mimì und Rodolfo, die Zweitplatzierten, nur träumen. Hat es zur Abwechslung mal ein Stück in die Top Twenty geschafft, das nach der Zwölfton-Revolution geschrieben wurde? Nein. Wieder nicht.
Sind die Opernmacher also einfallslos und risikoscheu? Ist das Repertoire dramatisch geschrumpft?
Quotenstatistik bildet nur eine Seite der Medaille ab: Sie zeigt, was läuft. Und das sind nun mal Stücke, die man kennt. Weil sie schön sind. Weil sie gut sind. Weil sie einen Nerv treffen. Weil sie mit unserem Leben zu tun haben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die andere Seite der Medaille: Nie gab es ein breiteres Angebot an Stücken, Stilen, Stoffen und – ja doch – vitalen Deutungen als heute. Die Rede vom Opernmuseum, von der Wiederkehr des Immergleichen hat mit der Realität wenig zu tun. Kein Stadttheater, das nicht auf Schatzsuche ginge. Keine Landesbühne, die sich nicht auf neue Töne ...
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Hier oben hat er einen großartigen Blick über Düsseldorf. Von der neu gestalteten Terrasse im sechsten Stock des Opernhauses schaut man über Dächer und Kirchen – unten pulsiert das Leben, oben fegt der Wind. Tobias Richter steht hier oben aber nur ungern, er ist ein Mann des Inneren, des unmerklichen Machens und Lenkens, er ist der Anti-Typ des schneidigen, im...
Herr van Dam, 2010 werden Sie sich nach einem halben Jahrhundert von der Opernbühne verabschieden. Wollten Sie eigentlich jemals etwas anderes werden als Sänger?
Nie, für mich war dieser Weg immer selbstverständlich. Das hat sicher damit zu tun, dass ich schon als Kind aufgetreten bin – ich war immer Solist. Ein Freund meiner Eltern brachte mich zu einem...
Zwei neue Opern prominenter Komponisten wurden im April 2009 innerhalb weniger Tage uraufgeführt: Wolfgang Rihms Monodrama «Proserpina» bei den Schwetzinger Festspielen und Salvatore Sciarrinos «La porta della legge» in Wuppertal. Beide legen ihren knapp eineinviertelstündigen Einaktern Stoffe aus der Weltliteratur zugrunde: Rihm einen ganz auf den inneren...
