Hungriges Meer
Ein Tisch steht auf der Bühne, darauf liegt ein Berg alter Kleidung. Tot die, die sie getragen haben: Den Mann und fünf Söhne hat die Irin Maurya an das Meer verloren, nur der sechste, Bartley, blieb ihr noch. Und der will heute, bei Sturm, hinausfahren. Unterdessen quält sich Königin Dido, weil sie Aeneas liebt und doch dem verstorbenen Gatten treu bleiben wollte. Unter Zweifeln gibt sie sich hin. Als der Trojaner davonsegelt, tötet sie sich selbst.
Zwei unglücklichen Frauen widmet das Theater Coburg seine neueste Produktion: Purcells «Dido and Aeneas» und «Riders to the Sea» von Ralph Vaughan Williams aus dem Jahr 1937. Dass bei dieser Kombination die Reihen selbst zur Premiere ein wenig luftig bleiben würden, konnten sich die Coburger ausrechnen, trotzdem haben sie das Unternehmen gewagt. Zum Glück – nicht nur Purcells bekannte Barockoper, auch Vaughan Williams’ selten gespielter Einakter ist es wert. Die kontrastierenden Kurzopern schlüssig zusammenzuführen, bedeutet eine echte Herausforderung. Dirigent Roland Kluttig gelingt die Verbindung mühelos – beide Opern kommen zu ihrem Recht. Das barocke Gerüst gliedert der GMD akkurat, im Grundton bleibt er zart und filigran. Nach ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Eva Kröner
Am 1. Juli 1916 begannen französische und britische Streitkräfte im Somme-Gebiet eine Großoffensive gegen die deutsche Wehrmacht. Doch schon am selben Abend waren fast 20.000 der britischen Soldaten gefallen. Der Kampf tobte bis Mitte November, ehe er, weitgehend ergebnislos, abgebrochen wurde. Innerhalb weniger Monate kamen auf beiden Seiten der Front rund eine...
Über die Notwendigkeit mancher Ausgrabung lässt sich streiten (sie-he OW 4/2016, S. 71), über diese nicht: Was die Stiftung Palazzetto Bru Zane hier vorlegt, ist ein abgeklärtes Meisterwerk. Gewiss: Bei den Zeitgenossen konnte sich dieser Spätling Gounods nicht durchsetzen, aber das gelang in Paris keiner einzigen historischen Oper nach Meyerbeers «Prophète»....
Obwohl man sie auch als Pamina auf der Bühne erleben oder mit Gershwin-Songs hören kann, ist die niederländische Sopranistin Johannette Zomer vor allem in der Alte-Musik-Szene bekannt geworden. Sie war an Ton Koopmans Gesamtaufnahme der Bach-Kantaten beteiligt, auch mit Philippe Herreweghe hat sie verschiedentlich zusammengearbeitet.
Auf ihrer neuesten CD widmet...
