Diesmal fehlt die Magie
Es sah nach Erfolgsrezept aus. Hatte der Schweizer Regisseur Jarg Pataki doch in der vergangenen Spielzeit am Theater Freiburg gleich mehrere Publikumsmagnete (siehe OW 5/2008) verantwortet: Kafkas «Prozess», Puccinis «Madama Butterfly» und vor allem die spartenübergreifende Produktion von Ibsens «Peer Gynt» mit Griegs kongenialer Schauspielmusik.
Dort war es zumal das Zusammenspiel von Orchester, Sängern, Schauspielern und Puppen, das ein sinnlich-opulentes theatrum mundi generierte, wie es das in der Regel eher an Dekonstruktion und postmodernes Regietheater gewöhnte Freiburger Publikum schon lange nicht mehr erlebt hatte und mit entsprechender Begeisterung aufnahm. Was also lag näher als eine Fortsetzung – mit Shakespeares «Sturm» in Kombination mit der selten gespielten Schauspielmusik von Jean Sibelius?
Nicht dass die Idee im Ansatz gescheitert wäre, ganz im Gegenteil. Shakespeares mutmaßlich letztes Opus mit seiner melancholischen Weltsicht harmoniert gut mit Sibelius’ postromantischen Klängen, aus denen eine gewisse Verzweiflung über das Ende der Tonalität zu verspüren ist. Doch schon die «Zuhilfenahme» eines großen Sibelius-Opus, der Valse triste op. 44, für eine ...
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