Auf Teufel komm raus
Während der Ouvertüre zu Wagners «Fliegendem Holländer» erregt zunächst – da wir ziemlich nahe am Orchestergraben sitzen – einer der Kontrabassisten der Musiciens du Louvre unsere Aufmerksamkeit. Der Mann gibt offenbar sein Leben für die Dämonen dieser Musik, lässt den Bogen mit enormem Körpereinsatz über die Saiten tanzen. Spannend. Oben auf der Bühne erscheint derweil ein sehniger Tänzer und beginnt, sich an einem Schminktisch links an der Rampe das Gesicht schwarz zu malen.
Er wird Satan sein, der Seelenfänger – eine der Erfindungen des Regisseurs Olivier Py, mit denen man nicht nur Freude hat. Danach kommt eine junge blonde Frau und schreibt mit Kreide das Wort «Erlösung» an eine hohe schwarze Wand aus zusammengeleimten Brettern. Später – doch noch während der Ouvertüre - liegt sie tot. Es ist Senta. Zumindest behauptet das die Inhaltsangabe im Programmheft. Der Prolog als Epilog.
Der Schminktisch ist im übrigen ein Signal für den Abend: Wir sind im Theater. Pierre-André Weitz’ Dekoration hat denn auch etwas von einer Bretterbühne; es könnten aber auch schwarz geteerte Planken eines Schoners sein. Oder einfach abstrakte Wände, die von der Drehscheibe in Bewegung gehalten werden. ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Gerhard Persché
Zwei Meister der Stille und der minimalistischen Reduktion haben in einer ehemaligen U-Boot-Fabrik in Tallinn zu einer Musiktheater-Produktion zusammengefunden (siehe OW 7/2015): der estnische Komponist Arvo Pärt und der amerikanische Theaterkünstler Robert Wilson, der vier Kompositionen Pärts – «Sequentia», «Adam’s Lament», «Tabula rasa» und «Miserere» – zu einer...
Das Ende ist lebensbejahend und hoffnungsfroh, sprachlich allerdings kitschverdächtig: «Liebe hat den Friedensbogen über diese Welt gezogen, aller Schmerz ist aufgewogen, wenn ihr Hauch den Busen hebt. […] An des milden Königs Throne blüht die gold’ne Gnadensonne, leben Herrlichkeit und Wonne, strahlt sie in die weite Welt.»
Vielleicht ist Franz von Schobers...
Jubilare
Sie kam in Yorkshire zur Welt, erhielt ihre Gesangsausbildung in Leeds sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London und debütierte mit der Glyndebourne Touring Opera als Despina in Mozarts «Così fan tutte». Sandra Dugdale gilt als eine der führenden britischen Koloratursopranistinnen ihrer Generation. Sie hat über 80 Rollen auf europäischen...
