Hoffnung, Chaos, Tod

Freiburg | Wagner: Lohengrin

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Bücher beherrschen die Szene. Stefan Heyne entwarf zwei riesige, haushoch-halbrunde Bibliothekswände: das gespeicherte Wissen der Menschheit. Der Band mit dem Schwanenbild fällt indes vom Himmel. Der herbeigebetete Held streckt seinen Widersacher mit einem Buch nieder. Aber: Bücher kann man auch schänden, verbrennen. Sobald der Weg ins allgemeine Heil geebnet scheint und in einer Massenhysterie gefeiert wird, sobald der ersehnte Führer seine Herrschaft antritt, entledigt die hybride Gesellschaft sich ihres geistigen Reichtums. Sie zerreißt, zerfleddert einen guten Teil der Bücher.

Ein paar Leute hatten zuvor das Transparent «Wer ist unsere Zukunft?» hochgehalten. Die Antwort, später: «Unwissenheit ist Stärke». Der «deutsche Gruß» liegt in der Luft.

Wir sind längst bei der Inszenierung Frank Hilbrichs, dessen Freiburger «Ring» gerade wieder zweimal bevorsteht. Sein «Lohengrin» ist eine hochrangige Arbeit, eine spannende Verbildlichung einer wagnergemäß pessimistischen Sicht, die ins Chaos, in die Gewalt aller gegen alle mündet. Das Ende ist tatsächlich – das Ende. Elsa – rostrotes Haar, Jeans – hatte anfangs mit einer Menge Spiegelscherben hantiert. Aus ihnen besteht auch ihr ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Heinz W. Koch

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