Viel Glück, wenig Geld
Er steht abseits des Weges, fast im Gebüsch. Und die wenigen, die ihn überhaupt sehen, erkennen ihn kaum. Ein kahlköpfiger, aufgeschwemmter alter Mann, bekleidet nur mit einem Tuch um die Hüften. Vorsichtig schiebt er sein rechtes Bein nach vorne, während sich die linke Hand auf einen hochgezogenen Beckenknochen stemmt. Der Rücken krümmt sich, der Bauch hängt herunter wie ein nasser Sack. Die Augenringe sind ein tief zerfurchtes Faltengebirge.
Das soll Rossini sein? Karl-Henning Seemann hat auf seiner Bronzestatue nicht einen Götterliebling dargestellt, sondern die Schmerzen des Alters. Gewidmet ist die lebensgroße Statue «dem Wildbader Kurgast». Und weil sie so realistisch ausgefallen ist, weil sie allen Klischees von Rossinis Eleganz, Leichtfüßigkeit und Drive energisch widerspricht, durfte sie nach dem Willen der Stadt nicht vor dem Kurhaus platziert werden und auch nicht vor dem schmucken Kurtheater. So steht Rossini jetzt abgedrängt im Schatten und blickt nur von ferne auf die Besucher, die sich seinetwegen versammeln.
Dabei fängt gerade diese Rossini-Darstellung viel von dem ein, was zu Wildbads Geschichte und Gegenwart gehört. 1856, vor hundertfünfzig Jahren, kurte der ...
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Entgegen den vollmundigen Ankündigungen vom letzten Jahr (siehe OW 11/2005) hat Wulf Konold sein Publikum bei den diesjährigen Ludwigsburger Schlossfestspielen im Musiktheaterbereich auf Sparkost gesetzt. Da die in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen geplante Mozart-Trilogie – «La finta semplice», die beiden Fragmente «L’oca del Cairo» und «Lo sposo...
Gehäufte Schönheiten und Sinnigkeiten, bekannte der Dichter, habe er an seinem inneren Auge vorbeiflanieren sehen, als er die Schlussszene vernahm: das erste Auftauchen der Schwert-Idee, die wundervolle Manipulation des Walhall-Motivs, Loges genial charakterisierende Zwischenreden und vor allem jenes unbeschreiblich sentimental zu Herzen gehende «Treulich und treu...
Carl Maria von Weber hat ihn zwar einst einen «bedeutenden Musiker» genannt, aber heutzutage zählen die Bühnenwerke des Mozart-Zeitgenossen Peter von Winter (1754-1825) allenfalls zu den Raritäten unserer Spielpläne – etwa «Das Labyrinth», eine Fortsetzung der «Zauberflöte», 1978 in München und 2002 in Chemnitz, oder «Maometto II.» 2002 in Bad Wildbad. Jetzt...
