Heiße Bilder, kühles Feuer
Salzburg
Salzburg schwitzte. Aber die Reise zu den diesjährigen Sommerfestspielen lohnte sich: der bildmächtigen Regiehandschriften wegen und auch, weil Dirigenten von Format am Werke waren. In der Felsenreitschule korrespondierten Romeo Castelluccis heiße «Salome»-Bilder mit dem kühl-analytischen Feuerstrom, den Franz Welser-Möst entfachte; im Großen Festspielhaus gab es Oper als Kraftwerk der Gefühle: «Pique Dame» von Hans Neuenfels und Mariss Jansons, «Die Zauberflöte» von Lydia Steier und Constantinos Carydis.
Außerdem: Anmerkungen zum Young Conductors Award und Young Singers Project
Das Wort des Tetrarchen ist Gesetz. In lakonischer Kürze nimmt Oscar Wilde dies in die Regieanweisung zu seinem Einakter «Salome» von 1891 auf. So übersetzte es Hedwig Lachmann ins Deutsche, so verkomponierte es Richard Strauss, anno 1905. Nur drei gibt es, denen ist die Allmacht eines antiken Alleinherrschers ganz augenscheinlich völlig schnuppe: Salome, Prinzessin von Judäa; Jochanaan, der Prophet; sowie Romeo Castellucci, der diese Oper in Salzburg neu inszeniert hat.
Als Herodes (John Daszak) über den toten Hauptmann Narraboth (Julian Prégardien) stolpert und unwirsch «Fort mit ihm» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Eleonore Büning
Die Stadt ist fast so alt wie die «Oper», das aus Europa importierte unmögliche Kunstwerk: 1607 gegründet, erklärten die Spanier Santa Fe schon 1610 zum Verwaltungszentrum der Kolonie Nuevo Mexico – zehn Jahre bevor die ersten Siedler aus England an der Ostküste, in Plymouth Rock landeten. Später, im Zeitalter der großen Trecks gen Westen, machten unzählige...
Das ging schnell. Im Oktober 2017 erlebte Aribert Reimanns «L’Invisible» seine Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin, ein halbes Jahr später lag das Stück bei Oehms auf CD vor. Ein Zusammenschnitt von drei Vorstellungen samt Generalprobe in Zusammenarbeit mit dem rbb. Das Ensemble des Staatstheaters Braunschweig, wo Operndirektorin Isabel Ostermann das Stück...
Als den «eigentlichen Begründer des Kunstlieds in Frankreich» hat Maurice Ravel einmal Charles Gounod bezeichnet. «Reclams Liedführer» hakt ihn in einem Halbsatz ab – Grund genug also, die neueste CD zu begrüßen, die der Bariton Tassis Christoyannis jetzt in Zusammenarbeit mit der Fondation Palazzetto Bru Zane dem Liedschaffen des in Deutschland stets...
