À la Française
Die Interpretation des französischen Kunstlieds, der mélodie, gehört zu den größten Herausforderungen im Reich des Gesangs. Die diffizile Deklamation des Französischen mit seiner fließenden Ebenmäßigkeit, den heiklen liaisons zwischen zwei Worten und den nuancierten Vokalen macht es vor allem Ausländern schwer. Dennoch waren es von Mary Garden, Debussys erster Mélisande, über Maggie Teyte bis hin zu Felicity Lott immer wieder Nicht-Muttersprachler, die sich als große Interpretinnen der mélodie profilierten. Zu ihnen gesellt sich jetzt Stella Doufexis.
Die deutsch-griechische Mezzosopranistin legt gleich zwei neue CDs vor – eine Auswahl mit Liedern Claude Debussys sowie eine Aufnahme der drei bedeutenden französischen Orchesterliederzyklen, Hector Berlioz’ «Les Nuits d’été», Ernest Chaussons «Poème de l’amour et de la mer» und Maurice Ravels «Shéhérazade» –, die ihren interpretatorischen Ausnahmerang in diesem Repertoire eindrücklich unter Beweis stellen.
Besonders gelungen ist die Debussy-Auswahl, die von den frühesten Versuchen des gerade 18-Jährigen («Nuits d’étoiles», «Fleur des blés») bis zu den späten Liedern auf Texte des barocken Manieristen Tristan L’Hermite («Le Promenoir ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Uwe Schweikert
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis das erste Opernhaus unter der modischen Überschrift «Elektra I & II», die Richard-Strauss-Oper mit Manfred Trojahns «Orest» als Fortsetzung koppelt. Das Atriden-Double nähme es in Sachen Sex (eher weniger) und Crime (dafür umso mehr) durchaus mit Wagners «Götterdämmerung» auf, wäre aber dennoch deutlich kürzer.
Die Sache...
Edel sieht er aus, hilfreich und gut. Ein Mode-Designer muss ihn eingekleidet haben. Graues T-Shirt, lässig ausgebeultes, schwarzes Sakko, der Umhang anthrazit. Die schwarzen Locken wirken leicht gegelt und sind in die Stirn gekämmt. Ein Dreitagebart rahmt das Gesicht. Der Blick ist nach vorne gerichtet, selbstbewusst, aber nicht aufdringlich. Keine Frage: Dieser...
Dass Orffs Version von Sophokles’ Trauerspiel «Oedipus» in der Übersetzung Friedrich Hölderlins einen spannenden Theaterabend trägt, hat eindrucksvoll John Dews Darmstädter Inszenierung bewiesen, die inzwischen auch auf DVD vorliegt (siehe OW 1/2007 bzw. 12/2011). Die asketische Reduktion des Werks, dem man bei seiner Stuttgarter Uraufführung 1959 Mangel an...
