Pop im Puppenhaus
Clemens Brentanos Geschichte vom bösen Königssohn Jerum, der guten Hexe Fanferlieschen Schönefüßchen und allerlei buntem Volk, das auf lustige Namen wie Würgipumpa, Fräulein von Ziegesaar, Pumpilirio Holzebocke oder Herr Neuntöter hört, ist eine vertrackte, vielfach verzweigte Geschichte. Alle hängen mit allem zusammen. Wer das komplexe Beziehungsnetz begreifen will, das in diesem wuchernden Märchen ausgebreitet wird, sollte tief einsteigen in die Verästelungen der allegorischen Handlung. Das braucht Zeit und macht Mühe.
Offenbar wollte der Wiener Komponist Kurt Schwertsik dem Publikum solche Anstrengung ersparen, als er Brentanos Erzählung über die Zustände im Lande Skandalia von seinen Librettisten Karin und Thomas Körner im flotten Jargon der frühen achtziger Jahre komprimieren ließ, um den Text zu einer einstündigen Kammeroper verarbeiten zu können. Die Uraufführung stieg im November 1983 am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart – man hatte das Werklein zur Inbetriebnahme der Kammerspiele bestellt (siehe OW 1/1984).
Die feierliche Wiedereröffnung des nach fünfjähriger Bauzeit rundum sanierten Opernhauses in Wuppertal gab nun Anlass, es noch einmal mit dem Fanferlieschen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Erst vor ein paar Monaten war Tschaikowskys «Pique Dame» als Gastspiel des Petersburger Mariinsky-Theaters in der Deutschen Oper zu sehen; auch die Produktion der Staatsoper unter Daniel Barenboim mit Plácido Domingo liegt noch nicht lange zurück. Die Komische Oper musste also triftige Gründe haben, dieses Stück in einer neuen deutschen Textfassung von Bettina...
Feste soll man feiern, wie sie fallen: Aus Anlass der im Jahr 1907 erstmals durchgeführten Parlamentswahlen und der 1917 errungenen staatlichen Unabhängigkeit bat das finnische Parlament in Kooperation mit den Opernfestspielen von Savonlinna, die ihrerseits 2007 ihr vierzigjähriges Jubiläum feierten, den Komponisten Olli Kortekangas (*1955), eine Oper über die...
Gerard Mortier ist weg, mitsamt seinen Luftschlössern. Der Aufsichtsrat der New York City Opera habe den ihm zugesagten 60-Millionen-Dollar-Etat auf 36 Millionen gekürzt, erklärte er im November der New York Times. Wer, fragte man sich, würde unter diesen Umständen für Mortier einspringen? Am 14. Januar gab es die Antwort: George Steel (42) soll den Karren aus dem...
