Französischer Verismo

Marseille | Sauguet: La Chartreuse de Parme

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Die Rezeptionsgeschichte ist eine eigenwillige Diva. Henri Sauguet, 1901 als Henri-Pierre Poupard geboren, gehörte zu den Musikern, die nach dem Ersten Weltkrieg gegen die Generation der Väter rebellierten. Unter dem Einfluss der Groupe des Six – mit Darius Milhaud verband ihn früh eine enge Freundschaft – gründete er 1920 in seiner Heimatstadt Bordeaux eine eigene Künstlergruppe. Diese Groupe des Trois machte so viel Wirbel, dass Sauguet aus Rücksicht auf den erzkonservativen Vater den Namen seiner Mutter annahm.

Die Gruppe in Südwestfrankreich löste sich nach wenigen Jahren auf, als Sauguet wieder nach Paris zog, wo er bis zu seinem Tod 1989 lebte. Im Pariser Musikleben war es Erik Satie, der ihn am stärksten faszinierte. Mit dem Operneinakter «Le Plumet du Colonel» machte Sauguet damals auf sich aufmerksam. Es folgte «La Chatte», eine für Serge Diaghilew geschriebene Ballett-Musik. Als Theater- und Filmkomponist war er in den dreißiger und vierziger Jahren gefragt, als Kritiker und Kommentator respektiert und gefürchtet. In der Nachkriegszeit, zu deren Auftakt er mit dem Jahrmarkts- und Zirkus-Ballett «Les Forains» seinen größten Erfolg errang, war Sauguet die wichtigste Feder ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Frieder Reininghaus

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