Erotik mit Blaskapelle
Da scheint einer Fuß zu fassen. Eine ästhetisch sehr bewusste Art, Oper zu machen, scheint in Zürich angekommen zu sein. Die Zustimmung, zumindest in den Premieren von Andreas Homokis Team, ist bemerkenswert. Das bedeutet auch: Ein stets als etwas genusssüchtig eingestuftes Publikum bewährt sich vor den Ansprüchen, die die neue Intendanz stellt. Mag sein, dass das auch daran liegt, dass Homoki bislang noch nicht mit dem Kopf durch die Wand wollte.
Auch bei seiner zweiten eigenen Inszenierung nach dem «Holländer» nicht: Dmitri Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» in der Urfassung. Die Aufführung ist in weiten Teilen brillant. Sie erzielt so manche mitreißende «Massen»-Bewegung – und das auch dank Ernst Raffelsbergers exzellentem und spielfreudigem Chor.
Kein Mühlenhof, kein Wohnhaus, keine Polizeistation, kein Waldsee: Hartmut Meyer schuf eine abstrakte Bühne mit Hintergrundaufgang – eine Bühne, die etwas Klaustrophobisches an sich hat. Keine Örtlichkeit, schon gar keine Realismus-Pusselei. Darin seltsame Riesenluken, die sich mit ebenso riesigen Kugeln verstopfen lassen. Ein angerosteter, fensterloser Wohnkasten. Wer oben draufsteht, hat das Sagen: Die Metallleiter hinauf ist ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Heinz W. Koch
Sechs Opernpremieren hat das Tschechische Nationaltheater Prag für die kommende Spielzeit angekündigt: Im Stammhaus an der Moldau etwa soll es Ende Oktober einen neuen «Simon Boccanegra» geben – David Pountney überarbeitet seine alte Inszenierung von der Welsh National Opera (1997), am Pult steht Jaroslav Kyzlink, seit 2012 «Chefdirigent der Tschechischen...
Frau Schellenberger, Sie galten als Überraschungssiegerin bei der Nachfolge für Mörbisch. In Österreich raunt man sich boshaft zu, Sie hätten ein Mitglied der Findungskommission besser gekannt als andere. Was ist da dran?
Unterstellungen dieser Art kamen nur aus einer einzigen Richtung, von jemandem, der es nicht geworden war. Ich wurde einstimmig von den...
Früher, als man noch mit der Kutsche in die Oper fuhr, hätten begeisterte Aficionados Anna Netrebko die Pferde ausgespannt und das Gefährt selbst durch die Straßen gezogen. Mit Maria Jeritza hat man das in Wien so gehalten. Doch wäre eine Kutsche für die Netrebko schon damals überflüssiges Accessoire gewesen, denn von ihrer Wiener Wohnung am Franziskanerplatz zur...
