Rein ins Werk
Was ist eine «immersive Musikperformance»? Im Grunde das, was jede Nacht im Techno- oder Club-Milieu abgeht: eine Verführung, sich körperlich in Schall und Licht zu verlieren. Kein Zufall also, dass die deutsch-französische Musiktheatercompagnie La Cage und das Ensemble Miroirs Étendus für ihr Projekt «I’d rather sink» eine Location wie das Berliner Berghain aussuchte.
Der stockig-raue Beton-Charme einer Nebenhalle des ehemaligen Heizwerk-Kolosses am Ostbahnhof bildet die perfekte Hülle für ein Werk wie die Video-Oper «An Index of Metals» (2003) des früh verstorbenen italienischen Komponisten Fausto Romitelli, das auf ein Hören und Sehen in Trance zielt. Ein elektronisches Rave-Vorspiel des russischen Avantgardisten Dmitri Kouliandski, zu dem die elf Musiker und die Sopranistin Linda Oláh wie Gesandte einer mystischen Gemeinschaft mit Wassereimern für rituelle Waschungen durchs Publikum streifen, streckt die «Handlung» auf eineinhalb Stunden.
Der Zweck der von Fiona Monbet geleiteten, von Aliénor Dauchez arrangierten und von Michael Kleine ausgestatteten Übung wird zwar nicht ganz erreicht: Von den an Bildschirmschoner erinnernden Farbmetamorphosen auf dem Screen und der ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Albrecht Thiemann
Warum verwendete Händel nicht den Librettotitel «Ginevra», warum nannte er das Stück nicht wenigstens «Ariodante ed Ginevra»? Weil er ein Macho war? Wohl kaum, tragen doch zehn seiner gut 40 Opern den Namen einer Heldin, darunter meisterliche Schöpfungen wie «Agrippina» und «Alcina». Es lag zweifellos an der historischen Divergenz von Lebensläufen; hätte er Roberta...
Frau Frank, Theater lebt von Veränderung – hätten Sie lieber noch andere Engagements gehabt?
Nein. Ich war immer ganz glücklich hier. Als Ehefrau – mein Mann war Konzertmeister in Mannheim – und Mutter zweier Kinder gab es für mich noch ein anderes Leben. Wir hatten uns in Amerika kennengelernt und wollten keine Fernbeziehung führen. Ein paarmal gastierte ich...
Die Zahlen sind imponierend: 140 Tonnen schwer und 14 Meter hoch ist das Bühnenbild zu Verdis «Rigoletto» auf der Seebühne Bregenz. Acht Millionen Euro ließen sich die Festspiele am Bodensee diese Kulisse kosten – und erfüllten damit erneut die an sich selbst gestellte zentrale Forderung: Open-Air-Spektakel mit höchstem Schauwert anzubieten. Drinnen im...
