Wundersame Belebung
Mut und echte Planungslust bewies der Verein Oper Schloss Hallwyl, als er sich für Bizets «La jolie Fille de Perth» entschied. Im Innenhof des schönsten Wasserschlosses der Schweiz im Aargauischen Seeland ist unter der Hand des Regisseurs Peter Schweiger und des musikalischen Leiters Douglas Bostock eine stimmungsvolle Produktion entstanden, die die stofflich etwas wirre und mit romantischen Motiven überfrachtete Geschichte um eine allseits begehrte Schönheit namens Kathrine Glover erzählt.
Das künstlerische Leitungsteam hat keine Mühe gescheut, die chaotische Quellenlage zu durchforsten und auf der Grundlage der Fassung von David Lloyd Jones von 1985 eine spielbare Version zu kreieren. Die eigens erstellte deutsche Übersetzung, die vor allem die zahlreichen Plattitüden der Librettisten auszumerzen versuchte, vermochte dagegen nicht so recht zu überzeugen. Viele der sprachlich «aktualisierten» Formulierungen fügten sich Bizets musikalischen Wendungen nur schwer. Zudem zeigt das Stück auch bei allem unumgänglichen Bearbeitungsaufwand dramaturgische Schwächen. Aber in Schweigers Regie, die mit feinem Humor ein Arbeitermilieu mit einer heutigen Fun-Gesellschaft konfrontierte, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Anlass war eine Hochzeit. Der Herzog von Parma, Enkel von Louis XV., ehelichte die Erzherzogin von Österreich, Marie-Amélie, ihres Zeichens Schwester von Marie-Antoinette – eine Art europäisches Verwandtschaftskomplott sozusagen. Der Hof von Parma hatte Christoph Willibald Gluck mit den musikalischen Festlichkeiten beauftragt, zumal die Braut mit dem Komponisten...
Es hatte der ganz große Wurf sein sollen. «Brandauer inszeniert Brecht & Weill», tönte die PR-Maschine schon Monate, bevor das Ereignis im nach langem Leerstand wieder halbwegs bespielbar gemachten Berliner Admiralspalast, dem ehemaligen Metropol-Theater, dann endlich stieg. Ein Star-Mime («Never Say Never Again», «Mephisto») kümmert sich, pünktlich zum...
Die Idee, im Mozart-Jubiläumsjahr 2006 bei den Salzburger Festspielen alle zweiundzwanzig Bühnenwerke des Komponisten zu zeigen, kam dem Künstlerischen Leiter Peter Ruzicka angeblich schon vor seinem Arbeitsbeginn an der Salzach. Jetzt ist es so weit. «Mozart 22», wie das überall sichtbare Signet verkündet, läuft wie geplant. Bei Redaktionsschluss dieser...
