Überzeugende Talentproben
Zuerst die Tragödie, dann die Komödie. Diesem Schema folgt die Kombination des Einakters von Bartók mit der zweiaktigen, aber nur vierzig Minuten langen Perseus-Oper Jacques Iberts von 1922 auf ein Libretto von Nino. Doch bedenkt sie nicht das Gewicht der Dinge. Nach dem symbolistischen Libretto von Béla Balács und Bartóks expressionistischer Musik kamen impressionistisch getönte Mediterranée und ironischer Text eher leichtgewichtig daher.
Gewiss sind die Stücke Pendants der Metaphorik: Blaubarts Schloss die Seele des Mannes voll dunkler Geheimnisse, Andromeda die Verkörperung weiblicher Unergründlichkeit. Halb Mélisande, halb Lolita, wird sie vom Drachentöter Perseus befreit – aber sie verabscheut den Befreier, der beleidigt abrauscht, erweckt hingegen das getötete Monster durch ihre Liebe wieder zum Leben.
Ibert schrieb sein sarkastisches Operchen zwar in Italien, doch erst jetzt brachte Jan Latham Koenig in Palermo die italienische Erstaufführung zustande: Mit dem gelungenen Abend gab er seinen Einstand als neuer Opernchef des Teatro Massimo. Finanziell pragmatisch: Die Bartók-Inszenierung, neun Jahre alt, kam aus dem Fundus.
Jan Latham Koenig ist kein rauschender Dramatiker, ...
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«Idomeneo» ist gewiss Mozarts musikalisch reichste, dramatisch radikalste Partitur, die gleichermaßen die Tragédie lyrique Rameaus wie Glucks Opernreform beerbt und die höfische Seria im Geist des Wiener Sonatenstils überformt. Bereits in der festlichen Ouvertüre mit ihren abrupten Einbrüchen wetterleuchtet jene nervöse Erregtheit, die Ausdruck und Tempo des Stücks...
Sieben CDs hat «Opernwelt» bisher herausgebracht – exklusiv für unsere Leser. Immer waren es Aufnahmen, die erstmals auf CD erschienen. Und immer haben wir Künstler in den Mittelpunkt gestellt, die von der Plattenindustrie kaum beachtet oder einseitig eingesetzt wurden. Martha Mödl zum Beispiel war wirklich glücklich, dass sie am Ende ihrer langen Laufbahn auf der...
Der Umstand, dass zu einigen Nummern des Librettos keine Musik von Purcell erhalten ist, hat bei «Dido and Aeneas» schon zu mancherlei Lückenschließerarbeit geführt. Howard Arman, Chordirektor des MDR Rundfunkchors in Leipzig und des Salzburger Bachchors, hatte in Luzern nicht nur die musikalische Leitung inne, er komponierte auch ergänzende Passagen neu. So...
