Auf Charons Luxusliner
Frankfurt hat das Puccini-Jahr mit dem in Gänze selten gespielten «Trittico» eingeläutet. Drei Spielarten des Theaters, die grelle Kolportage («Il tabarro»), das sentimentale Rührstück («Suor Angelica») und die freche Burleske («Gianni Schicchi»), greift Puccini hier auf und leuchtet mit den ganz unterschiedlichen Einaktern tief hinein in die Abgründe des Menschseins. Regisseur Claus Guth und sein Dramaturg Norbert Abels wollten sich mit dieser nüchternen Tatsache nicht zufrieden geben und sind auf der Suche nach der Klammer, die die drei Welten verbindet, fündig geworden.
Denn allemal geht es, so Abels im Programmheft, um «Variationen über den Tod» – wobei Guth den drei Toten, dem erdrosselten Löscharbeiter Luigi («Il tabarro»), der im Selbstmord endenden Nonne Angelica und dem soeben verstorbenen Buoso Donati («Gianni Schicchi») überflüssigerweise noch einen vierten hinzufügt, nämlich Schicchi, der am Ende von den um ihr Erbe Geprellten erschossen wird und so wirklich in Dantes Hölle landet, aus der Puccini und sein Librettist Giovacchino Forzano ihn sich für ihr Spiel geborgt haben.
Guth ging aber noch einen Schritt weiter und hat die Todesarten von Puccinis theatralischem ...
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