Foto: LaPresse / Roberto Monaldo
Keiner weiß, wie es geht
Seit zehn Jahren leitet Stefano Mazzonis di Pralafera das Opernhaus in Liège. Er ist gebürtiger Italiener und gelernter Opernregisseur. Sein künstlerisches Credo passt in einen Satz: «Wir sind ein italienisches Opernhaus in Belgien.» Auf dem Spielplan stehen Verdi, Puccini, Belcanto, manchmal Raritäten. Das Haus, in der laufenden Saison zu 100 Prozent (!) ausgelastet, pflegt einen gediegen konservativen, kostümseligen Stil. Italienisch eben.
Und nun wird es vielleicht noch ein bisschen italienischer, denn mit Speranza Scappucci ist eine Generalmusikdirektorin an Bord gegangen, die ihre Wurzeln ebenfalls in Italien hat. Ihr Händchen fürs Kernrepertoire ihres Heimatlandes konnte sie jetzt mit Puccinis «Manon Lescaut» unter Beweis stellen. Regie führte der Hausherr selbst: Wie erwartet, inszeniert di Pralafera schnörkellos in historischen Kostümen und Kulissen. Mit Anna Pirozzi (Manon) und Marcello Giordani (Des Grieux) stehen einmal mehr hervorragende Stimmen auf der wallonischen Bühne.
Speranza Scappucci zieht im Graben die Blicke auf sich: Die zierliche Dirigentin, das dichte Haar zum strengen Zopf gebändigt, gibt kraftvoll präzise Zeichen, wirkt hellwach, ungemein präsent. Ihr ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Regine Müller
FRANCESCO MELI
Radamès, Riccardo, Ernani, Macduff – der Mann aus Genua ist derzeit vor allem als Verdi-Tenor unterwegs. Ein Gespräch
ERMONELA JAHO
Das ausklingende Jahr stand für die albanische Sopranistin ganz im Zeichen Violettas und Cio-Cio-Sans. Wie geht’s weiter? Wir haben nachgefragt
WAGNER-TRILOGIE
Tatjana Gürbaca und Constantin Trinks bringen am Theater an...
Der Anfang ist das Ende. Oder auch umgekehrt. «The End» steht auf dem weinroten Vorhangsamt des Karlsruher Bühnenbildners Rainer Sellmaier. Davor, auf Regiestühlen, fläzen sich drei auffallend männlich wirkende Frauen im legeren Schlabberlook. Sie stellen die abgeschlafften Regisseure der ersten drei «Ring»-Abende dar – und die Nornen, die zu Beginn der...
Die junge Dame namens Psyche hat alles versucht: Liebespassion, religiöse Ekstase, sogar revolutionären Barrikadenkampf, aber am Ende erweisen sich sämtliche Leidenschaften als Illusion. Zuverlässig ist nur der Tod. Diese Art von idealistischem Defätismus ist durchaus typisch für das Polen nach der vorletzten Jahrhundertwende. Jedoch hüllte Jerzy Żuławski, der 1904...
