Die Stimmen stimmen

Dagmar Schellenbergers erste Premiere als Intendantin der Seefestspiele Mörbisch

Opernwelt - Logo

Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Graf Opalinski. Im Untergrund kämpft er gegen die sächsischen Besatzer, gibt sich als Student Jan aus, wird verhaftet, kommt frei, weil Oberst Ollendorf ihn für einen amourösen Racheplan braucht – und befreit listig seine Heimatstadt Krakau. Bei der Mörbischer «Bettelstudent»-Premiere ist Gert Henning Jensen, hochgewachsen und mit hell strahlendem Tenor, der ideale Darsteller des polnischen Patrioten: Mit dem Feuer des jugendlichen Draufgängers stürzt er sich in den vokalen Freiheitskampf.

Er erobert im Sturm das Herz von Daniela Kälins charmanter Bronislawa – und die Gunst des Publikums beim weltgrößten Operettenfestival am Neusiedlersee.

Mirko Roschkowskis wärmer grundierter, weicher Tenor wiederum passt genau zu Symon, dem tagträumerischen Titelhelden, der in Carl Millöckers Operette unversehens vom Strudel der Ereignisse erfasst, aber am Ende vom Schicksal belohnt wird. Eine glückliche Hand hat die neue Intendantin Dagmar Schellenberger bei der ganzen Besetzung bewiesen: Henryk Böhm macht den Polterer Oberst Ollendorf zum komödiantischen Zentrum des Abends, sekundiert vom klangschönen Quintett seiner Offiziere wie auch von Olaf Plassa als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Frederik Hanssen

Weitere Beiträge
Wenn sich die Realität auflöst

Das Verdi- und Wagner-Jahr 2013 ist auch ein Benjamin-Britten-Jahr, das aber im Jubiläumstrubel für die beiden großen Antipoden schier unterzugehen droht. Die Deutsche Oper Berlin hat, nicht eben überzeugend, «Peter Grimes» gespielt (OW 3/2013), Hamburg sich für die unterschätzte «Gloriana» eingesetzt (OW 4/2013). Die Düsseldorfer Rheinoper kündigt für die kommende...

Editorial September/Oktober

Das ist doch was. Da steht man mitten in Richard Wagners großem Salon, es riecht nach Holz und Mauerwerk, der Putz ist ab, der Stuck löchrig und der Boden bedeckt mit Staub und Plastikplanen. Von dort schaut man auf Vitrinen und Videoanimationen: lauter realisierte und nicht realisierte Luftschlösser. «Götterdämmerung» heißt die Ausstellung in der Villa Wahnfried....

Schätze aus Verdis Werkstatt

Die handschriftliche Originalpartitur von Verdis «Otello» und eine Druckplatte vom Erstdruck der Partitur seines «Falstaff»: zwei Prunkstücke, die in Berlin noch bis zum
15. September zu bewundern sind (www.enterpriseopera.com). Nachdem Bertelsmann BMG im Jahr 2007 den dreizehn Jahre zuvor erworbenen Verlag Ricordi aus kartellrechtlichen Gründen weiterverkaufen...