Wagner: Tannhäuser

Magdeburg

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Die Rolle ist der Schrecken aller Besetzungsbüros: Wenn ein Tannhäuser her muss, greifen selbst große Häuser zu Verlegenheitslösungen. Dass ausgerechnet das Theater Magdeburg einen Tenor aufbieten kann, der die schwie­rigs­te ­aller Wagner-Rollen tatsächlich singen kann, grenzt da schon fast an eine Sensation.

Und doch ist der Amerikaner Law­rence Bakst ein echter Tannhäuser: Über zwei Jahrzehnte an Stadttheaterbühnen he­rangereift, ruht die Stimme auf sicherem Fundament, auf der sich bruchlos eine gleißende, durchschlagskräftige Höhe entfaltet – und das nie auf Kosten der präzisen, akzentfreien Dik­tion. Locker ­legen sich beispielsweise die «Erbarme Dich»-Rufe im zweiten Akt über das ganze Ensemble, die «Rom-­Erzählung» bezieht ihre Verzweiflungsenergien aus suggestivem Einsatz von Stimmfarben und ausgefeilter Phrasierung. Eine Handvoll gestemmter Spit­zen­töne, vor allem im ersten Akt, fallen da nur unwesentlich ins Gewicht – dass Bakst bislang als Radames und Ba­jaz­zo ein eher unauffälliges Tenordasein im Windschatten der Stadttheater führt, dürfte eher daran liegen, dass er nicht eben der Darstellertyp ist, von dem Regisseure träumen. Als Darsteller nicht sonderlich flexibel, ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Kurz Berichtet, Seite 51
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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