Wagner: Tannhäuser
Die Rolle ist der Schrecken aller Besetzungsbüros: Wenn ein Tannhäuser her muss, greifen selbst große Häuser zu Verlegenheitslösungen. Dass ausgerechnet das Theater Magdeburg einen Tenor aufbieten kann, der die schwierigste aller Wagner-Rollen tatsächlich singen kann, grenzt da schon fast an eine Sensation.
Und doch ist der Amerikaner Lawrence Bakst ein echter Tannhäuser: Über zwei Jahrzehnte an Stadttheaterbühnen herangereift, ruht die Stimme auf sicherem Fundament, auf der sich bruchlos eine gleißende, durchschlagskräftige Höhe entfaltet – und das nie auf Kosten der präzisen, akzentfreien Diktion. Locker legen sich beispielsweise die «Erbarme Dich»-Rufe im zweiten Akt über das ganze Ensemble, die «Rom-Erzählung» bezieht ihre Verzweiflungsenergien aus suggestivem Einsatz von Stimmfarben und ausgefeilter Phrasierung. Eine Handvoll gestemmter Spitzentöne, vor allem im ersten Akt, fallen da nur unwesentlich ins Gewicht – dass Bakst bislang als Radames und Bajazzo ein eher unauffälliges Tenordasein im Windschatten der Stadttheater führt, dürfte eher daran liegen, dass er nicht eben der Darstellertyp ist, von dem Regisseure träumen. Als Darsteller nicht sonderlich flexibel, ...
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