Alles in einem Ei
Dämmerung senkt sich über die chinesische Hauptstadt. In der Xirongxiang-Hutong werden jetzt die Garküchen aufgestellt; Duft von gebratenem Fleisch mischt sich in die beißend kalte Luft. Transportmotorräder klappern durch die schmale Gasse. Über die niedrigen Giebel der kaum ein Zimmer breiten Häuschen erhebt sich eine riesige Glaskuppel, in der sich blaurosa das Abendlicht spiegelt: Surreal wirkt es aus dieser Perspektive, das National Center for the Performing Arts (NCPA), wie ein UFO auf dem Dorfplatz.
Von der achtspurigen Parallelstraße aus betrachtet, der Chang’an-Avenue, bietet sich ein komplett anderes Bild. Im historischen Herzen des modernen China reiht sich ein monumentaler Repräsentativbau an den anderen, ein paar Quadratkilometer geballter Geschichte. Direkt neben dem NCPA befinden sich die Große Halle des Volkes, der Platz des Himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt. Ringsum schimmert das Lichtermeer der Pekinger Skyline: gesichtslose Wohntürme, so weit das Auge reicht. «Graue Gassen» wie die Xirongxiang-Hutong haben nur versprengt überlebt. Nach der Gründung der Volksrepublik wurde die Hauptstadt energisch modernisiert, ein Bestreben, das 2001 erneut Fahrt aufnahm, ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Reportage, Seite 50
von Wiebke Roloff
Herr Pirgu, Sie stammen aus Albanien. Nicht unbedingt das Land der Oper schlechthin!?
Bei uns war immer nur Diktatur.
Aus anderen kommunistischen Staaten sind viele Sänger hervorgegangen.
Aus Albanien kommen nur Geiger. Unser System war so. Schon in die Kindergärten wurden Mitglieder einer Kommission geschickt, um Talente auszusortieren. Ich war sechs Jahre alt, als...
Schwierig ist er, der Weg der Prüfungen, den Pamina und Tamino zu beschreiten haben. In dieser Produktion der Elsässischen Rheinoper verbergen sich hinter den Schreckenspforten die ganz großen Katastrophen – Tornado, Tsunami. Die echte Natur hat die virtuelle wieder eingeholt, scheint Regisseurin Mariame Clément damit in ihrer Zauberflöten-Deutung sagen zu wollen:...
Ein neuer Konzertsaal, wie mancher schon frohlockte, wurde damit nicht gefunden. Zu trocken, zu direkt die Akustik, auch müsste manches aufgehübscht werden. Trotzdem: Die Alte Kongresshalle mit ihrem Furnierholzschick der Fünfziger hat Charme – und taugt als provisorischer Spielort für diese Produktion. Bei seiner Wanderung durch Münchner Exilspielstätten ist das...
