Wer, wo, wie und warum?
Rechtzeitig zum Amtsantritt von Jossi Wieler als Intendant der Oper Stuttgart sind zwei Bücher über den Schweizer Regisseur erschienen. Obwohl reichhaltig illustriert, lebt der von Hajo Kurzenberger herausgegebene Band doch von den Texten. Kurzenberger charakterisiert Wieler gleich eingangs als Teamplayer, als «besonderen Liebhaber der Menschen, mit denen er umgeht und arbeitet».
Er nähert sich dem «Menschenergründer und Wahrheitssucher» zunächst über die biografischen Stationen, in deren Abfolge er freilich von Anfang an Reflexionen über die Ästhetik von Wielers Theaterarbeit und ihrer Wirkung einstreut. Kennzeichnend schon für die frühen, in Heidelberg, Stuttgart und Basel entstandenen Schauspielinszenierungen ist eine Radikalität des Fragens und Suchens – Wieler selbst spricht von «Archäologie betreiben» –, die die nicht verbalisierte Innenwelt von Texten und Figuren freilegt und dabei Verdrängtes und Tabuisiertes ans Licht bringt.
Kurzenberger beschreibt dieses «szenische Erinnern» (wie er es nennt), dieses Abtragen von Schichten, das in seiner Differenziertheit, Genauigkeit und körperlichen Umsetzung weit über das gängige Psychologisieren hinausweist, am Beispiel von vier ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 34
von Uwe Schweikert
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