Exzellente Wahl

Wexford: Opera Festival: Mercadante: Virginia, Smetana: Hubicka

Opernwelt - Logo

Der Komponist Saverio Mercadante ist auf dem Opernfestival in Wexford schon des Öfteren gewürdigt worden. Nach Aufführungen von «Elisa e Claudio» (1988), «Elena da Feltre» (1997), «Il giuramento» (2002) und «La vestale» (2004) wurde die 59. Spielzeit in diesem Jahr mit einer Neuinszenierung der selten gespielten «Virginia» eröffnet. Mercadante war 56 Jahre alt, als er die Oper 1851 vollendete. Das von Salvadore Cammarano auf der Grundlage einer Tragödie des Dramatikers Vittorio Alfieri verfasste Libretto führt in die römische Antike.

Es geht um einen Fall himmelschreienden Machtmissbrauchs, der sich 451 vor Christus zugetragen haben soll: Der Patrizier Appio Claudio will die Plebejerin Virginia heiraten, ist dabei jedoch weniger von Liebe als von rücksichtsloser Entschlossenheit getrieben. Virginias Verlobten Icilio lässt er aus dem Weg räumen. Als Appio sie zur Hochzeit zwingen will, erreicht das Geschehen seinen Höhepunkt. Um seiner Tochter die Schmach zu ersparen, versetzt der Vater ihr einen tödlichen Stich und löst damit zugleich den Zorn des aufgebrachten Volkes aus, der in der Ermordung Appios gipfelt.

Für die Zensoren war das 1851 zu starker Tobak. Als sich ein Verbot ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2010
Rubrik: Panorama, Seite 46
von George Hall

Vergriffen
Weitere Beiträge
Phantom der Oper

Wo Türen und Fenster undicht sind, zieht es, und Hoffmann ist mitten darin. Zappelnd Starres dient dem, Traum wird frei, ruft jedem nach.» So hatte 1930, halb philosophisch raunend, halb expressionistisch stammelnd, Ernst Bloch seine Kritik von Otto Klemperers berühmter Produktion an der Berliner Kroll-Oper begonnen. Offenbachs fantastische Oper ist Urgestein des...

Editorial Dezember 2010

Berlins Opernhäuser machen wieder einmal von sich reden. Weniger, weil sie zuletzt auf künstlerischem Gebiet für Begeisterung gesorgt hätten, sondern  weil die Musiker an zwei der drei großen Bühnen Aufführungen bestreikten. Mal fanden die Ballett-Fans an der Deutschen Oper nach der Pause einer «Schwanensee»-Vorstellung den Orchestergraben leer. Mal sah sich das...

Liebe und (Unter)Leibeigenschaft

Bei der Uraufführung klang es nach Vorwurf. «Katja Kabanova» sei eine «realistische» Oper, hieß es damals. Sie sei darin gnadenlos und letztlich kunstfremd. Später wurde daraus ein Lob: Janácek, der genaue Beobachter, untrüglich der Wahrheit auf der Spur. Noch später war die Sache mit dem Realismus ein Klischee, das sich durch die Aufführungen zog und nur selten...