Hoffnungsschimmer
An drei Orten gleichzeitig wurde «Der Silbersee» am 18. Februar 1933 uraufgeführt: in Magdeburg, Erfurt und Leipzig, dort unter Tumulten – keine drei Wochen nach der Machtergreifung Hitlers und vier Wochen, bevor Weill Hals über Kopf vor der Gestapo nach Frankreich fliehen musste. Regie führte in Leipzig Detlef Sierck, der später als Douglas Sirk in Hollywood berühmt gewordene Filmregisseur.
Der Expressionist Georg Kaiser hatte dem Juden Weill nach den Einaktern «Der Protagonist» (1925) und «Der Zar lässt sich fotografieren» (1927) ein Libretto geschrieben, das mehr noch als die wenige Jahre zuvor entstandene «Dreigroschenoper» und «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» (auf Texte Brechts) den Finger auf die Wunden der Zeit legt: Arbeitslosigkeit, Hunger, die Allmacht der Staatsgewalt.
«Der Silbersee», ein «Zwischengattungs-Stück» (Weill) für Sänger und Schauspieler mit ausgedehnten Sprechszenen und Melodramen, erzählt die Geschichte zweier Männer: Severin (Michael Suttner) klaut in einem Warenhaus, Olim (Martin Herrmann) ist der Polizist, der ihn auf der Flucht anschießt. Doch als herauskommt, dass es nur um eine Ananas ging, entschließt sich der Polizist, Severin zu helfen. Ein ...
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