Von Paris nach Chemnitz

Meyerbeers letztes Werk Vasco de Gama/L’Africaine erlebte nach 148 Jahren seine eigentliche Uraufführung – in Sachsen

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Meyerbeer starb während der Proben seiner Oper L’Africaine. So will es eine weit verbreitete «Homestory», die vom letzten Atemzug weiß, mit dem das Meisterwerk vollendet wurde. Sie setzte sich durch. Leider. Und so war lange und vielfach zu lesen, der am 2. Mai 1864 verstorbene Komponist habe ein Werk hinterlassen, das nur noch zu Ende geprobt und mit dem an der Pariser Opéra üblichen Glamour uraufgeführt werden musste. Tatsächlich – so weiß man seit Veröffentlichung von Meyerbeers letzten Briefen (Giacomo Meyerbeer. Briefwechsel und Tagebücher, Bd. 8 [Berlin u. a. 2006], S.

610) – stand die Uraufführung noch in den Sternen. Meyerbeer und sein Librettist Scribe hatten den Vertrag über L'Africaine 1837 abgeschlossen. Immer wieder wurde das Projekt hinausgeschoben, immer wieder darüber in der Presse sarkastisch berichtet. Im Frühjahr 1864 war die Oper in einem vorläufigen Stadium «abgeschlossen», doch hatte Meyerbeer unmittelbar vor seinem Tod den Glauben an eine baldige Aufführung verloren: Es ging um Probleme mit den Sängern. Seine Witwe beauftragte den renommierten François Joseph Fétis mit der undankbaren Aufgabe, aus den hinterlassenen Stücken (die zudem zahlreiche Varianten ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Sabine Henze-Döhring

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