Zwischen Form und Emotion
Gesagt ist gesagt – das wird durch’s irre Lachen hinterher auch nicht besser: Die Figuren, die Gluck auf die Bühne stelle, seien so erhaben, dass sie klängen, «als würden sie Marmor scheißen», behauptet Amadeus in Miloš Formans Film. Das klingt durchaus nach Mozarts flottem Mundwerk. Doch dass er dies auch wirklich so gesagt hat, möchten wir bezweifeln. Denn Mozart wusste vermutlich sehr wohl, dass die mythischen Charaktere schon in Glucks Reformopern im Sinne des Sturm und Drang gebrochen waren.
Menschen versteckten ihre Persönlichkeit nicht mehr hinter starren Affekten, sie erlaubten sich durchaus persönliche Gefühle.
In diesem Sinne bemüht sich auch Philippe Jaroussky in seiner neuen Einspielung, einen menschlich berührenden Orpheus vorzuführen. Freilich, er singt schön. Für manche vielleicht zu schön. Aber er scheint jener stimmigen Balance zwischen Form und Emotion verpflichtet, welche Eigenart der Wiener Klassik war. Kein depressiver Goldschmied verfertige traurige Armbänder, sagte der Wiener Schriftsteller Hans Weigel einmal.
Im Übrigen griff Jaroussky für diese Einspielung auf die 1774 im Hoftheater zu Neapel aufgeführte Version zurück (wobei diese sich wiederum auf ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché
Ein gutes Tier ist das Klavier. Still, friedlich und bescheiden steht es auf Gary McCanns Theater-im-Theater-Bühne für Christian Räths Neuinszenierung des «Freischütz» an der Wiener Staatsoper, wird zu einer Art stillem Teilhaber des Abends. Gelegentlich stürzt der Virtuos’ darauf los – in Gestalt von Max, der in dieser Produktion nur nebenbei Jäger, im Hauptberuf...
Harold Rosenthal, langjähriger Herausgeber des englischen Fachblattes «Opera», war enthusiasmiert, als er im Juli 1960 in einer Studentenproduktion der London Royal Academy of Music die Uraufführung des Auftragswerks «The Lodger» («Der Untermieter») von Phyllis Tate hörte. Er nannte es die beste Erstlingsoper seit Brittens «Peter Grimes» und erteilte ihm so einen...
alpha
12.08. – 20.15 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2018 mit Diana Damrau
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
ML: Macelaru
arte
01.08. – 05.00 Uhr
Nemanja Radulovic spielt Bach
Konzert des französisch-serbischen Geigers im Pariser Théâtre des Champs-Elysées
04.08. – 20.15 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Live von den Salzburger Festspielen 2018
ML: Carydis, I:...
