Doppeltes Spiel

Andreas Homoki verabschiedet sich mit Janáceks «Schlauem Füchslein» als Regisseur von der Komischen Oper Berlin

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Frisch getäuscht ist halb gewonnen. Er wolle mit seiner letzten Arbeit an der Komischen Oper, so erklärt Andreas Homoki, keineswegs «demonstrativ an Felsenstein anknüpfen». Wer’s ihm glaubt! Die legendäre «Füchslein»-Inszenierung von Walter Felsenstein (1956 mit Irmgard Arnold) gilt bis heute als bedeutendster Ausdruck einer großen Ära. Eine Inkunabel des Regietheaters. Diesen Zusammenhang wegzublenden, lässt sich also nachvollziehen. Das «Schlaue Füchslein» ist für jeden Nachfolger ein fast unjagbares, uneinfangbares Tierchen.



Allerdings kommt Andreas Homoki der phantasmagorische Tierzauber entgegen. Gerupfte Halbwesen, Tierköpfe auf Menschenleibern, zweifüßige Rehkitze und ungefiederte Hühner mit abgeplatteten Nägeln: Dies Pandämonium ist genau von der Art, mit welcher Homoki in der Vergangenheit seine größten Erfolge feierte. Kinderzirkus für Erwachsene. (Auch das würde er bestreiten.) Es dürfte keinen anderen Regisseur geben, der seit den neunziger Jahren aus Oberflächenreizen mehr Tiefenschärfe herausholte. Freilich ist dies, mit Ausnahme dieses gelungenen «Füchsleins», leider schon viele Jahre her.

Homoki meint, Janáceks Parabel handle in jedem Fall von Menschen; auch dort, wo ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Kai Luehrs-Kaiser

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