Ein letzter Tanz
Der Spruch passt einfach zu gut zur Eisenacher Situation: «Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist». Nahezu alle lokalen Blätter haben ihn, neben dem in solchen Fällen immer sehr beliebten «Der letzte Vorhang fällt», zur Premiere der «Fledermaus» am Landestheater Eisenach in die Überschrift gehievt. Denn es war die letzte eigenständige Produktion des dortigen Hauses, ab der Spielzeit 2008/09 wird es quasi eine Außenstelle des Südthüringischen Staatstheaters.
Zwar handelt es sich juristisch nicht um eine Fusion, faktisch aber kommt in Zukunft fast alles aus Meiningen. Dem Eisenacher Haus wurde – ohne nennenswerte Gegenwehr der Stadtspitze und der Bürger – sein Herz, das Musiktheater, herausgeschnitten, wie es der scheidende Intendant Michael Schlicht formuliert. Das 12-köpfige Ensemble wird aufgelöst, insgesamt gehen 73 Mitarbeiter, die Landeskapelle Eisenach schrumpft auf 24 Musiker, die nicht mehr viel zu tun haben werden. Das es so weit kommen könnte, hatte sich bei der Erstellung des Spielplans schon abgezeichnet. Deshalb wurde mit der «Fledermaus» ein schillerndes Finalstück angesetzt, in dem keiner das ist, was er zu sein vorgibt – und sowohl ein ...
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