Koloraturen mit Gefühl

Martina franca | Festival della Valle d’Itria | Hasse: Artaserse

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Nichts weniger als den Übergang vom Spätbarock zur Frühklassik markiert dem italo-amerikanischen Musikwissenschaftler Elvidio Surian zufolge die Uraufführung von Johann Adolf Hasses Oper «Artaserse» 1730 in Venedigs Teatro San Giovanni Grisostomo: ein Meilenstein nicht nur in der Entwicklungsgeschichte der Oper als Genre, sondern auch Anfangspunkt der beispiellosen Karrieren sowohl des Komponisten als auch des Librettisten Pietro Metastasio und des ersten Solisten Farinelli.

Alle drei verdanken ihren Durchbruch zu europaweiter Bekanntheit jenen wohlhabenden Venedig-Reisenden, die auch damals schon zur Karnevalssaison von überall her scharenweise in die Lagunenstadt pilgerten.

Umso bedauerlicher ist es, dass die Partitur zu jener Sternstunde, von Hasse und anderen über drei Jahrzehnte hinweg wiederholt umarrangiert, nicht in der Originalversion überdauert hat. Folglich schickten sich die Initiatoren der aktuellen Wiederaufnahme, Marco Beghelli und Raffaele Mellace, an, eine nach eigener Aussage «verlässliche» Rekonstruktion zu besorgen. Eine verkürzte Fassung ist dabei nicht herauskommen, vielmehr eine (die Pausen eingerechnet) nahezu vierstündige Version – und das trotz des überaus ...

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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Carlo Vitali

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